Herz oder Kopf – Was ist wichtiger, wenn es um Liebe und Intimität geht?
Oftmals werden Entscheidungen in Beziehungen von der Vernunft bestimmt, anstatt den eigenen Gefühlen zu folgen. Doch ist es wirklich immer die beste Wahl, sich von der Logik leiten zu lassen?
In diesem Blogbeitrag werden wir uns mit dem Thema Liebe und Intimität auseinandersetzen und untersuchen, warum es manchmal besser ist, dem Herzen zu folgen, statt immer nur das Logische zu tun. Denn ein Narr zu sein, der fast schwerelos sich hingeben kann und einfach der Liebe folgt mag töricht klingen, jedoch kann dies manchmal zu mehr Glück führen als eine starre und verbitterte Haltung. Zudem soll der Artikel dazu beitragen, unser Verständnis darüber zu vertiefen, wie wir die Herausforderungen in Beziehungen meistern können, um die Beziehungen aufrechtzuerhalten und zu vertiefen.
Die Ironie des Selbstschutzes: Wenn Intelligenz und Liebe sich widersprechen
Kaum jemand strebt danach, als Narr dazustehen, insbesondere nicht als verliebter Narr. Doch was bedeutet es eigentlich, ein verliebter Narr zu sein? Es wird oft als Dummheit, Torheit oder gar töricht-gefährlich betrachtet. Dieses Phänomen ist uns bestens bekannt, denn Narren stürmen oft dorthin, wo selbst Engel sich nicht hin trauen würden. Ein treffendes Beispiel dafür ist das Glücksspiel, bei dem hart verdientes Geld riskiert wird. Gilt das nicht auch für das Spielen mit unseren empfindsamen Herzen? Ist es nicht angebracht, ebenso vorsichtig und zurückhaltend damit umzugehen. Darüber nachzudenken wann, wo und warum wir unsere Liebe investieren? Dennoch sind wir manchmal zu klug und gewitzt, wenn es um die Welt geht. So klug, dass wir nicht auf Trickbetrüger hereinfallen oder zu naiv sind, um jemandem blind zu vertrauen. Wir sind klug genug, dass wir Schmerzen und gebrochene Herzen vermeiden. Manchmal sind wir aber leider so klug, dass wir nicht die notwendige Verletzlichkeit zulassen, die eine offene Liebe erfordert.
Oft arbeiten Therapeuten mit Paaren zusammen, die eben genau das sind, „zu klug“. Sie sind zu schlau für ihr eigenes Wohl, und es dadurch nicht schaffen Liebe zuzulassen und ihr Herz noch einmal zu öffnen. Unsere Investitionen des Selbstschutz führen oft dazu, dass wir uns klug oder sogar manchmal brillant fühlen, aber gleichzeitig allein sind, obwohl wir einen Partner haben. Es gibt nur wenige Dinge, die so isolierend sind wie das Gefühl, die Person, die wir lieben, nicht erreichen zu können. Nur wenig ist so schmerzhaft, wie unsere ganze Energie darauf zu verwenden, unser Herz zu schützen, nur um dann festzustellen, dass es trotz unserer Bemühungen gebrochen wurde.
Die Kunst, sich der Liebe zu öffnen und sich verwundbar zu machen
Natürlich sollte eines klargestellt werden, es geht nicht darum in eine Einbahnstraße zu fahren, aus der man nicht mehr herauskommt. Vielmehr geht es darum, nicht in die Falle zu tappen, einen Partner mit dem Potenzial zur Veränderung auszuwählen und zu glauben, dass wir ihn retten können oder ihn zu jemand anderem machen können. Dies ist eine selbst täuschende und törichte Vorstellung, die allzu häufig vorkommt. Wer sind wir, dass wir das Recht haben, den Partner zu verändern? Wir würden uns ebenso unwohl fühlen, wenn wir diese Veränderung durch unseren Partner durchleben müssten.
Stattdessen geht es darum, die offene Weisheit zu haben, Liebe zuzulassen, zu empfangen und zu geben. Es geht darum, bewusst und mutig die gefährliche Reise zu unternehmen, unsere Herzen füreinander zu öffnen und uns der Möglichkeit von Verletzungen und Verwundbarkeit auszusetzen. Wir müssen akzeptieren, dass unser Geliebter und wir selbst unvollkommen sind und dass es in Ordnung ist, Schwächen zu haben. Wir müssen die Gewohnheit überwinden, uns selbst und dem anderen gegenüber verschlossen zu sein und uns stattdessen auf eine neue Art des Liebens und geliebt werden einzulassen.
Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Liebe nicht austauschbar ist, wenn man nicht bereit ist, mit offenem Herzen auch das Risiko eines Sturzes einzugehen. Die Liebe erfordert, dass wir unsere Herzen weit öffnen, um ihre Fülle und Tiefe zu erfahren. Alles andere ist nur eine schwächere Spiegelung der Liebe, die wir uns wünschen.
Die Weisheit des Narren – ein Weg in die Liebe
Angenommen, Sie sind wieder bereit zu lieben und das Risiko einzugehen, verletzt zu werden oder Enttäuschungen zu überwinden, die sich in langjährigen Beziehungen aufgebaut haben können. Oder vielleicht suchen Sie nach Schutz und Sicherheit und denken sich: „Was soll’s! Ich gebe der Liebe eine Chance. Ich bin bereit, ein Narr der Liebe zu sein.“ Was bedeutet das wirklich? Was ist Ihre eigene Haltung gegenüber der Liebe?
Die Haltung zur Liebe meint die eigene Positionierung. Sind Sie bereit zuerst zu lieben und das Risiko einzugehen, nicht gesehen, gehört oder gewürdigt zu werden? Das Risiko einzugehen, missverstanden und zurückgewiesen zu werden? Und dann das Risiko erneut einzugehen, ohne eine Bilanz zu ziehen, ohne sich eine Geschichte darüber zu erzählen, was es bedeutet, in einem bestimmten Moment unerfüllt zu bleiben? Ohne dabei in eine Litanei von Beweisen zu investieren, dass Ihr Partner Sie nicht „genug“ liebt oder dass Sie nicht liebenswert sind?
Stattdessen sollten Sie sich in jedem neuen Moment frisch öffnen, als Narr mit einem Rucksack bereitstehen und die nächste Reise in den neuen Tag beginnen. Denn Liebe kommt durch offene Herzen. Die Freude, die offene Herzen fühlen und ausstrahlen können, ist weitaus heller und schöner als die trübe, schale Illusion von verschlossener Sicherheit, die wir oft um uns herum in unseren Herzen und Häusern schaffen.
Um die Liebe zu finden und geben zu können, müssen wir unsere schwere Rüstung der Vorsicht ablegen, die uns vor Verletzungen schützen soll, aber uns auch daran hindert, uns vollständig auf die Liebe einzulassen. Wir können nicht erwarten, geliebt zu werden, ohne bereit zu sein, zuerst zu lieben und dabei auch das Risiko einzugehen, zurückgewiesen zu werden. Unsere Verletzlichkeit und unser Mut, unsere Herzen zu öffnen, sind der Schlüssel, um die Liebe vollständig zu empfangen und geben zu können.
Wir sollten uns selbst und unseren Partnern erlauben, Narren in der Liebe zu sein, indem wir die schwierige und riskante Reise der Liebe wagen. Es ist zwar nicht klug, aber es ist die einzige Weisheit, die in der Liebe zählt. Wir sollten uns auf den Weg machen, den nur ein Narr in der Liebe gehen würde, und den Weg der Liebe direkt in unsere Herzen und in die Herzen unserer Geliebten einschlagen. Wir sollten das Vertrauen haben, dass Liebe und Vertrauen möglich sind und uns gegenseitig unterstützen, wenn wir uns auf die Reise begeben, die nur die Mutigen und die Narren in der Liebe wagen.
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In unserer heutigen Gesellschaft ist der Begriff „Depression“ allgegenwärtig. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff und wie unterscheidet er sich von anderen, vorübergehenden Gemütszuständen? Depressionen sind ernsthafte psychische Erkrankungen, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinflussen können. Sie sind gekennzeichnet durch eine anhaltende Traurigkeit und Interessenverlust, die so stark sind, dass sie die normale Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.
Depressive Störungen können unterschiedliche Formen annehmen und variieren in ihrer Schwere und Dauer. Im Diagnostischen und Statistischen Handbuch Psychischer Störungen (DSM-5) werden verschiedene Unterarten der Depression klassifiziert, wie beispielsweise die Major Depression, anhaltende Depression (Dysthymie) und andere spezifische oder unspezifische depressive Störungen.
Neben den klinischen Depressionen gibt es auch situative Stimmungsbeeinträchtigungen wie Demoralisierung und Trauer. Diese werden oft als „niedergedrückte“ Stimmung bezeichnet, die auf enttäuschende Ereignisse oder Verluste zurückzuführen ist. Im Gegensatz zu Depressionen treten Demoralisierung und Trauer in Wellen auf und sind mit spezifischen Gedanken oder Erinnerungen an das auslösende Ereignis verbunden. Sie können sich auflösen, wenn sich die Umstände verbessern. Die niedergedrückte Stimmung dauert in der Regel nur für kurze Zeit an und ist nicht mit Selbsthass oder Suizidgedanken verbunden.
Die Behandlung von Depressionen umfasst in der Regel eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, die gestörten Neurotransmitter im Gehirn zu regulieren und so die Stimmung zu stabilisieren. Psychotherapie dagegen bietet den Betroffenen die Möglichkeit, ihre Gedanken, Emotionen und Verhaltensmuster zu erkunden und zu verstehen.
Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser
Die genaue Ursache von Depressionen ist noch nicht vollständig verstanden, aber sowohl genetische als auch Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle.
Wenn es um die Vererbung geht, kann man sagen, dass etwa die Hälfte der Entstehung von Depressionen auf genetische Faktoren zurückzuführen sind. Das bedeutet, wenn nahe Verwandte, wie Eltern oder Geschwister, bereits an einer depressiven Störung leiden, besteht ein höheres Risiko, selbst davon betroffen zu sein. Dieses Risiko ist besonders hoch bei eineiigen Zwillingen, die eine sehr ähnliche genetische Ausstattung haben. Es wird angenommen, dass die Gene auch beeinflussen können, wie anfällig eine Person auf belastende Lebensereignisse reagiert, die Depressionen auslösen können.
Einige Theorien besagen, dass Veränderungen im Gehirn und den Botenstoffen, den sogenannten Neurotransmittern, an der Entstehung von Depressionen beteiligt sein können. Diese Veränderungen betreffen bestimmte Übertragungssysteme im Gehirn, die für die Stimmung regulierend sind. Man spricht hier von der Dysregulation der Übertragung von Signalen durch bestimmte Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Auch hormonelle Störungen im Körper können eine Rolle spielen und beispielsweise die Funktion der Schilddrüse oder der Nebennieren beeinflussen.
Auch psychosoziale Faktoren können Einfluss auf die Entwicklung von Depressionen haben. Oftmals geht einer depressiven Episode ein belastendes Lebensereignis voraus, wie zum Beispiel eine Trennung oder ein Verlust. Allerdings führt nicht jedes belastende Ereignis automatisch zu einer schweren Depression, es hängt auch von der persönlichen Anfälligkeit und Verletzlichkeit einer Person ab. Menschen, die weniger belastbar sind oder bereits eine Tendenz zu Ängsten haben, sind anfälliger für Depressionen. Manchmal fehlen ihnen auch die nötigen sozialen Fähigkeiten, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Das Vorhandensein anderer psychischer Erkrankungen erhöht ebenfalls das Risiko für eine schwere Depression.
Es ist noch nicht vollständig geklärt, warum Frauen ein höheres Risiko für Depressionen haben als Männer. Mögliche Gründe könnten sein, dass Frauen mehr Stress ausgesetzt sind oder empfindlicher auf belastende Situationen reagieren. Auch hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus, der Schwangerschaft oder den Wechseljahren könnten eine Rolle spielen. Bei manchen Frauen entwickelt sich nach der Geburt eines Kindes eine sogenannte postpartale Depression, bei der hormonelle Veränderungen eine Rolle spielen könnten, aber die genaue Ursache ist noch nicht bekannt.
Es gibt auch bestimmte Formen von Depressionen, die saisonal, typischerweise im Herbst oder Winter auftreten. Diese werden als saisonal abhängige Depressionen bezeichnet.
Zudem können Depressionen in Verbindung mit verschiedenen körperlichen Erkrankungen auftreten, wie beispielsweise Schilddrüsenstörungen, Nebennierenfunktionsstörungen, gut- und bösartige Hirntumoren, Schlaganfall und Multiple Sklerose, um nur einige zu nennen.
Auch bestimmte Medikamente wie Kortikosteroide, bestimmte Beta-Rezeptorenblocker, Interferon und Reserpin können depressive Störungen hervorrufen. Der Missbrauch von sogenannten Freizeitdrogen wie Alkohol und Amphetaminen kann ebenfalls zu einer Depression führen oder sie begleiten.
Symptome und Anzeichen von Depressionen und deren Unterkategorien
Depression kann verschiedene kognitive, körperliche und emotionale Probleme verursachen. Menschen mit einer depressiven Störung können Schwierigkeiten mit der Konzentration haben, sich müde fühlen und das Interesse an Aktivitäten verlieren, die ihnen früher Freude bereitet haben. Schlafstörungen und eine depressive Stimmung sind ebenfalls typisch. Manche Menschen mit Depression haben sogar Selbstmordgedanken und könnten einen Selbstmordversuch unternehmen. Zusätzlich treten oft andere psychische Symptome wie Angstzustände und Panikattacken auf, was die Diagnose und Behandlung erschweren können.
Es kommt häufig vor, dass Menschen mit Depression Alkohol oder andere Drogen missbrauchen, um mit Schlafproblemen oder Angstzuständen umzugehen. Allerdings ist die Depression nicht so häufig wie früher angenommen eine direkte Ursache für Alkoholabhängigkeit oder den Missbrauch anderer Substanzen. Menschen mit Depression haben jedoch ein erhöhtes Risiko, starke Raucher zu werden oder ihre Gesundheit zu vernachlässigen. Dadurch steigt das Risiko für bestehende Krankheiten wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung.
Depressionen können auch negative Auswirkungen auf das Immunsystem haben. Dadurch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Dies könnte auf eine gesteigerte Produktion von entzündlichen Substanzen und Gerinnungsfaktoren sowie auf eine Verringerung der Variabilität der Herzfrequenz bei Menschen mit Depression zurückzuführen sein. All diese Faktoren erhöhen potenziell das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Schwere Depressionen
Bei schweren Depressionen können die Patienten ein trauriges und gequältes Aussehen haben. Sie können Tränen in den Augen haben, eine gerunzelte Stirn, nach unten gezogene Mundwinkel und eine zusammengesunkene Haltung zeigen. Oft vermeiden sie den Blickkontakt, haben ein regungsloses Gesicht und bewegen sich kaum. Manche Menschen mit schwerer Depression ähneln äußerlich Patienten mit Parkinson-Krankheit. Für sie ist die depressive Stimmung so tiefgreifend, dass sie sich wie erstarrt fühlen und kaum Emotionen empfinden können. Sie beschreiben die Welt als farblos und leblos.
Die Ernährung kann bei schweren Depressionen stark beeinträchtigt sein, was eine sofortige Behandlung erfordern kann.
Einige depressive Patienten vernachlässigen ihre persönliche Hygiene oder sogar die Fürsorge für ihre Kinder, geliebte Menschen oder Haustiere.
Um eine schwere Depression zu diagnostizieren, müssen während eines Zeitraums von mindestens zwei Wochen fast täglich fünf oder mehr der folgenden Symptome auftreten, wobei eines davon eine depressive Stimmung oder ein Verlust von Interesse oder Freude sein muss:
– Fast den ganzen Tag über depressive Stimmung – Deutlich vermindertes Interesse oder Freude an fast allen Aktivitäten – Signifikante Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme (>5%) oder gesteigerter bzw. verminderter Appetit – Schlafstörungen (Probleme beim Einschlafen oder Durchschlafen) oder übermäßiger Schlafbedarf – Beobachtbare psychomotorische Unruhe oder Verlangsamung (von anderen Personen bemerkt, nicht nur vom Betroffenen berichtet) – Anhaltende Müdigkeit oder Antriebslosigkeit – Gefühle von Wertlosigkeit oder übermäßige und unangemessene Schuldgefühle – Schwierigkeiten beim Denken, Konzentrieren oder Entscheiden – Wiederkehrende Gedanken an den Tod, Selbstmordgedanken oder konkrete Pläne für einen Selbstmordversuch
Persistierende depressive Störung
Wenn depressive Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren ohne Unterbrechung anhalten, spricht man von einer persistenten depressiven Störung (PDD).
Die Symptome der PDD entwickeln sich oft schleichend während der Jugend und können über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte andauern. Die Anzahl der Symptome schwankt oft und kann sowohl über als auch unter der Schwelle für eine schwere depressive Episode liegen.
Menschen mit PDD fühlen sich häufig konstant niedergeschlagen, pessimistisch, humorlos, passiv, müde, zurückgezogen und neigen dazu, sich selbst und andere stark zu kritisieren. Zusätzlich haben sie häufig auch Angststörungen, Probleme mit Drogen oder Alkohol oder Persönlichkeitsstörungen wie beispielsweise eine Borderline-Persönlichkeit.
Für die Diagnose einer anhaltenden depressiven Störung müssen die Patienten, die meiste Zeit des Tages, über mehrere Tage hinweg, über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren eine depressive Stimmung haben, sowie mindestens zwei der folgenden Symptome aufweisen:
– Geringer Appetit oder übermäßiges Essen – Schlafstörungen (Probleme beim Einschlafen oder übermäßiges Schlafbedürfnis) – Mangel an Energie oder anhaltende Müdigkeit – Geringes Selbstvertrauen – Schwierigkeiten bei der Konzentration oder beim Treffen von Entscheidungen – Gefühle der Hoffnungslosigkeit
Spezifikationen
Depression kann wie eben angedeutet, verschiedene Ausprägungen haben, die als Spezifikationen bezeichnet werden und zusätzliche Merkmale während einer depressiven Episode beschreiben können. Anbei folgen Kurzübersichten zu zweiteren möglichen Spezifikationen.
Ängstliche Sorge: Patienten fühlen sich ängstlich und unruhig. Sie haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, weil sie ständig besorgt oder ängstlich sind, dass etwas Schreckliches passieren könnte oder dass sie die Kontrolle über sich verlieren könnten.
Verschiedene Muster: Patienten zeigen auch mindestens drei manische oder hypomanische Symptome. Diese umfassen eine gehobene Stimmung, ein übersteigertes Selbstwertgefühl, gesteigertes Redefluss, Gedankenflucht und vermindertes Schlafbedürfnis. Bei Patienten mit dieser Art von Depression besteht ein erhöhtes Risiko, eine bipolare Störung zu entwickeln.
Melancholisch: Patienten haben jegliche Freude an fast allen Aktivitäten verloren oder reagieren nicht mehr auf sonst angenehme Reize. Sie können niedergeschlagen und verzweifelt sein, übermäßige oder unangemessene Schuldgefühle haben, frühmorgendliches Erwachen erleben und deutlich verlangsamte oder unruhige psychomotorische Aktivität zeigen. Zusätzlich haben sie oft keinen Appetit und nehmen stark an Gewicht ab.
Atypisch: Die Stimmung der Patienten kann sich vorübergehend aufhellen als Reaktion auf positive Ereignisse. Sie zeigen auch mindestens zwei der folgenden Symptome: übertriebene Reaktion auf vermeintliche Kritik oder Ablehnung, Gefühl von körperlicher Schwere oder Lähmung, insbesondere in den Armen und Beinen, Gewichtszunahme oder gesteigerter Appetit und übermäßiges Schlafbedürfnis.
Psychotisch: Patienten haben Wahnvorstellungen und/oder Halluzinationen. Ihre Wahnvorstellungen können darin bestehen, dass sie glauben, unverzeihliche Sünden oder Verbrechen begangen zu haben, dass sie eine unheilbare oder beschämende Krankheit verbergen oder dass sie verfolgt werden. Halluzinationen können auditiv sein, zum Beispiel das Hören von kritisierenden oder verurteilenden Stimmen, oder visuell. Es ist wichtig zu beachten, ob die beschriebenen Stimmen tatsächliche Halluzinationen darstellen.
Katatonisch: Patienten zeigen entweder eine starke psychomotorische Verlangsamung oder übermäßige und scheinbar zwecklose Aktivitäten. Bei einigen Patienten können auch Grimassieren oder das Nachahmen von Sprache (Echolalie) oder Bewegungen (Echopraxie) auftreten.
Peripartale Depression: Der Ausbruch der Depression erfolgt entweder während der Schwangerschaft oder innerhalb der ersten vier Wochen nach der Geburt. Psychotische Merkmale können vorhanden sein, und es besteht oft eine Verbindung zwischen der peripartalen Depression und Fällen von Kindstötung, die mit befehlsgebenden Halluzinationen, das Kind zu töten, oder dem Glauben einhergehen, dass das Kind besessen ist.
Diagnose: Depressionen
Um eine depressive Störung zu diagnostizieren, werden die Symptome und Beschwerden des Patienten berücksichtigt und mit den klinischen Kriterien verglichen. Spezifische Fragen helfen dabei festzustellen, ob die Patienten die Symptome haben, die für die Diagnose einer (schwere) Depression laut den DSM-5-Kriterien erforderlich sind. Um depressive Störungen von normalen Stimmungsschwankungen zu unterscheiden, müssen die Patienten erheblichen Leidensdruck oder offensichtliche Beeinträchtigungen in sozialen, beruflichen und anderen wichtigen Lebensbereichen aufweisen.
Der Schweregrad der Depression wird anhand des Ausmaßes der Schmerzen und Beeinträchtigungen (körperlich, sozial, beruflich) sowie der Dauer der Symptome bestimmt. Ein Arzt sollte behutsam, aber direkt nach Gedanken und Plänen fragen, wie sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen, nach früheren Selbstmorddrohungen und/oder Selbstmordversuchen sowie nach anderen Risikofaktoren. Das Vorhandensein von Psychose und Katatonie weist auf eine schwere Depression hin, während melancholische Merkmale auf eine schwere oder mäßige Depression hinweisen. Begleitende körperliche Erkrankungen, Substanzmissbrauch und Angststörungen können den Schweregrad der Depression verstärken.
Es gibt verschiedene kurze Fragebögen, die zur Früherkennung von Depressionen verwendet werden können. Sie helfen dabei, bestimmte depressive Symptome genauer zu erfassen, reichen jedoch allein nicht aus, um eine Diagnose zu stellen. Diese Instrumente sind jedoch hilfreich, um Risikopersonen zu identifizieren, die eine eingehendere Untersuchung benötigen. Zu den am häufigsten verwendeten Screening-Fragebögen gehören der Patient Health Questionnaire-9 (PHQ-9) und das Beck-Depressions-Inventar (BDI). Diese Fragebögen geben den Therapeuten zusätzliche Informationen, um eine mögliche Depression zu erkennen und die richtige Behandlung einzuleiten.
Behandlungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Depressionen zu behandeln:
Unterstützung: Bei leichten Depressionen kann bereits allgemeine Unterstützung von Familie und Freunden helfen. Es ist wichtig, dass Betroffene sich nicht isolieren und sich auf soziale Aktivitäten einlassen.
Psychotherapie: Bei leicht bis mittelschweren Depressionen kann eine Gesprächstherapie, auch Psychotherapie genannt, helfen. Hierbei spricht man mit einem Therapeuten über die eigenen Gefühle und Gedanken, um neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Medikamententherapie: Bei mittelschweren bis schweren Depressionen kann eine medikamentöse Behandlung erforderlich sein. Antidepressiva sind spezielle Medikamente, die die Stimmung regulieren und helfen können, die Symptome der Depression zu lindern. Die Wirkung der Medikamente kann jedoch einige Wochen dauern, bis sie spürbar wird.
Es ist wichtig zu beachten, dass die meisten Menschen mit Depressionen ambulant behandelt werden können. In schweren Fällen, insbesondere wenn Suizidgedanken vorhanden sind oder eine familiäre Unterstützung fehlt, kann eine stationäre Behandlung erforderlich sein. Dies gilt auch, wenn psychotische Symptome oder körperliche Beeinträchtigungen auftreten.
Wenn eine Depression mit Substanzmissbrauch verbunden ist, sollten die Depressionssymptome oft nach dem Ende des Substanzkonsums nachlassen. Eine antidepressive Behandlung ist in diesem Fall möglicherweise weniger wirksam, solange der Substanzmissbrauch fortbesteht.
Wenn die Depression auf eine körperliche Erkrankung oder Medikamentennebenwirkungen zurückzuführen ist, sollte zuerst die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden. Wenn jedoch Zweifel an der Diagnose bestehen oder die Symptome stark beeinträchtigend sind und Suizidgedanken oder Hoffnungslosigkeit beinhalten, kann eine medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva oder Stimmungsstabilisatoren hilfreich sein.
Bei einer anhaltenden Trauerreaktion kann eine spezialisierte Psychotherapie, die sich gezielt auf diese Art von Störung konzentriert, hilfreich sein.
Akute Schritte
Bis eine deutliche Besserung eintritt, kann es notwendig sein, dass der Arzt die Patienten wöchentlich oder alle 2 Wochen sieht, um ihnen Unterstützung und Informationen zu geben und den Fortschritt zu überwachen. Telefonate können die persönlichen Konsultationen in der Praxis ergänzen.
Es ist normal, dass sich Patienten und ihre Angehörigen Sorgen machen oder sich schämen, wenn sie die Diagnose einer psychischen Erkrankung wie Depression erhalten. Der Therapeut kann ihnen erklären, dass Depression eine ernsthafte medizinische Krankheit ist, die auf biologischen Ungleichgewichten im Körper beruht und spezielle Behandlung erfordert. Es ist wichtig zu betonen, dass Depression nichts mit Charakterfehlern zu tun hat, wie Faulheit oder Schwäche. Wenn Patienten verstehen, dass der Heilungsprozess schwankend sein kann, können sie Hoffnungslosigkeit besser in die richtige Perspektive rücken, was wiederum die Bereitschaft zur Behandlung verbessert.
Der Therapeut kann die Patienten ermutigen, nach und nach wieder einfache Aktivitäten aufzunehmen, wie zum Beispiel Spaziergänge oder regelmäßige sportliche Betätigung, sowie soziale Kontakte zu pflegen. Gleichzeitig ist es wichtig, den Wunsch der Patienten, Aktivitäten zu vermeiden, anzuerkennen und zu berücksichtigen. Der Therapeut kann den Patienten dabei unterstützen, Selbstvorwürfe zu vermeiden und ihnen erklären, dass düstere Gedanken Teil der Erkrankung sind und wieder vergehen werden.
Therapie
Psychotherapie kann Menschen helfen, die unter schweren Depressionen leiden. Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem kognitive Verhaltenstherapie und Psychotherapie effektiv sind. Diese Therapieformen können sowohl die akuten Symptome der Depression lindern als auch das Risiko eines erneuten Auftretens verringern. Menschen mit milderen Formen der Depression erzielen in der Regel bessere Ergebnisse als jene mit schwereren Formen. Allerdings ist die Verbesserung bei Menschen mit schwereren Depressionen insgesamt größer.
Medikamente
Bei der medikamentösen Therapie von Depressionen werden verschiedene Arten von Medikamenten eingesetzt. Dazu gehören:
Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI): Diese Medikamente helfen dabei, den Serotonin-Spiegel im Gehirn zu erhöhen und so die Stimmung zu verbessern.
Serotoninmodulatoren (5-HT2-Blocker): Diese Medikamente beeinflussen den Serotonin- und Noradrenalin-Haushalt im Gehirn.
Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer: Diese Medikamente erhöhen sowohl den Serotonin- als auch den Noradrenalin-Spiegel im Gehirn.
Noradrenalin-Dopamin-Wiederaufnahmehemmer: Diese Medikamente wirken auf den Noradrenalin- und Dopamin-Haushalt im Gehirn.
Heterozyklische Antidepressiva: Diese Medikamente wirken auf verschiedene Neurotransmitter im Gehirn.
Die Auswahl des richtigen Medikaments kann von verschiedenen Faktoren abhängen, wie zum Beispiel der individuellen Reaktion auf bestimmte Antidepressiva. In den meisten Fällen werden zu Beginn selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) verwendet. Obwohl verschiedene SSRI in typischen Fällen ähnlich wirksam sind, können aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften bestimmte Medikamente besser für bestimmte Patienten geeignet sein. Es ist daher wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Reaktionen des Patienten zu berücksichtigen.
Abschließende Worte
Der eben vorgestellte Blogartikel bietet Ihnen umfassende Informationen über Depressionen, einschließlich ihrer Aufklärung und Definitionen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose darstellt und es durchaus noch detailliertere Informationen zu der Materie gibt. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollen Ihnen dabei helfen, ein grundlegendes Verständnis für das Thema zu entwickeln.
Die Depression ist eine komplexe psychische Erkrankung, und jeder Mensch kann unterschiedliche Symptome und Erfahrungen damit machen. Es ist entscheidend zu verstehen, dass Selbsthilfe allein möglicherweise nicht ausreicht, um Depressionen angemessen zu behandeln. Es wird dringend empfohlen, bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen und einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt zu konsultieren. Gerne helfe ich Ihnen hierbei.
Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen bei der Bewertung Ihrer individuellen Situation helfen, eine genaue Diagnose stellen und eine angemessene Behandlungsstrategie entwickeln. Depressionen können schwerwiegende Auswirkungen auf Ihr Leben haben, und es ist wichtig, dass Sie die richtige Unterstützung erhalten, welche ich Ihnen gerne zur Verfügung stelle.
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Als Therapeut habe ich in meiner Arbeit oft mit Paaren zu tun, die sich in ihrer Beziehung verirrt haben. Beziehungswarnsignale treten häufig auf und deuten darauf hin, dass die Partnerschaft Schwierigkeiten hat. Dieser Artikel konzentriert sich auf die Autometapher von Rod Louden aus dem Jahr 2007, damit Sie versuchen können diesen Warnsignalen selbstständig zu erkennen, zu verstehen und entgegenzuwirken. Die Metapher beschreibt eine Autoanalogie, die uns helfen kann, unsere Beziehungen besser zu verstehen und mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.
Die Autometapher: Sind Beziehungen wie Autos?
Ähnlich wie Ihr Auto benötigt auch Ihre Beziehung regelmäßige Pflege und Wartung. Viele Paare ignorieren jedoch Warnsignale und andere Anzeichen dafür, dass ihre Beziehung in Schwierigkeiten steckt und einer Überholung bedarf. Obwohl sie spüren, dass etwas nicht stimmt, hoffen sie, dass das Problem von selbst verschwindet, genauso wie sie das bei ihrem Auto tun würden. Wenn Sie jedoch diese Philosophie auch auf Ihre Beziehung anwenden, kann das zu kostspieligen und zeitaufwendigen Reparaturen führen – wenn Sie die Warnsignale ignorieren, werden Sie bald in der „Reparaturwerkstatt“ eines Therapeuten landen und einen Überholprozess durchlaufen müssen. Natürlich ist dies eine gute Möglichkeit, Ihre Beziehung zu verbessern, aber es ist auch gut zu wissen, wie man mögliche Probleme frühzeitig erkennt und ihnen vorbeugen kann.
Als Therapeutin treffe ich oft auf Paare, die in einer Art Stillstand in ihrer Beziehung stecken und nicht wissen, wie sie allein daraus kommen können. Sie haben vergessen, die „Warnlichter“ zu überprüfen oder die „Bremsen quietschen“ ständig. Dieser Zustand der Verwirrung wird oft von Angst und Furcht begleitet, was es noch schwieriger macht, das Problem zu erkennen und zu beschreiben. In diesem Zusammenhang kann die Autometapher dazu beitragen, den eigenen Zustand zu verstehen und zu vermitteln.
Eine Metapher aus vier Analogien, die uns helfen können
1) Die Motorwarnleuchte leutet – (leicht) negative Gefühle gegenüber Ihrem Partner haben.
Es gibt viele Möglichkeiten, um die eigenen Erwartungen oder die Erwartungen des Partners zu erfüllen. Manchmal ist es jedoch schwierig oder sogar unmöglich, sie zu erfüllen. In solchen Situationen können negative Gefühle wie Bitterkeit und Unzufriedenheit entstehen, die langsam das Fundament der Beziehung zerstören. Es ist wichtig, diese Warnsignale nicht zu ignorieren, sondern sich Zeit zu nehmen, um zu reflektieren und zu kommunizieren.
Indem man in sich hineinschaut und reflektiert, warum man sich so fühlt, kann man feststellen, ob ein Bedürfnis oder eine Erwartung nicht erfüllt wird. Es ist dann wichtig, mit dem Partner zu kommunizieren, aber dabei darauf zu achten, keine Vorwürfe zu machen oder den Partner in die Defensive zu bringen. Verwenden Sie „Ich-Aussagen“, um Ihre Gefühle auszudrücken und dem Partner die Möglichkeit zu geben, darauf einzugehen.
Wenn man die Warnsignale ignoriert, kann das langfristig zu schwerwiegenden Problemen führen. Daher sollten Paare immer darauf achten, ihre Bedürfnisse und Erwartungen zu kommunizieren, realistisch zu halten und an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, um eine glückliche und erfüllende Beziehung aufzubauen.
2) Die Bremsen quietschen – vermeiden Sie es, sich gegenseitig anzuschreien.
Ihr Partner ist vermutlich eine der engsten und wichtigsten Personen in Ihrem Leben, mit der Sie Dinge teilen, die Sie niemandem sonst anvertrauen würden. Es ist jedoch beunruhigend, wie oft Paare sich gegenseitig herabsetzten und mit Bemerkungen und Schimpfwörter einander verletzten wollen. Obwohl es kurzfristig vielleicht Erleichterung bringt, können solche Äußerungen immense Schäden in der Beziehung anrichten. Verletzungen durch Worte können Narben hinterlassen, die schwer zu heilen sind und die Beziehung belasten können. Statt verletzender Worte sollten Sie ruhig miteinander sprechen und sich gegenseitig Respekt entgegenbringen, denn der Ton macht die Musik.
3) Die Elektrik hat einen Kurzschluss – der „Funke“ scheint verschwunden zu sein.
Jeder hat bestimmt schonmal die Aussage gehört: „Nach der Ehe geht es nur noch Berg ab“. Dies ist jedoch nur dann wahr, wenn man aufhört, an der Beziehung zu arbeiten. Am Anfang einer Beziehung geben wir uns viel Mühe, um unseren Partner zu beeindrucken und unsere eigene Attraktivität zu unterstreichen. Doch sobald wir das Gefühl haben, dass das Ziel erreicht ist, lassen wir oft nach und investieren nicht mehr genug in die Beziehung. Ohne regelmäßige Bemühungen kann eine Beziehung schnell langweilig werden. Es ist die Verantwortung beider Partner, die Beziehung und die Funken am Leben zu erhalten. Wenn Sie merken, dass Ihre Beziehung ins Stocken gerät, sollten Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen, wie Sie die Beziehung wiederbeleben können. Erstellen Sie gemeinsam Listen mit Aktivitäten und Unternehmungen, die Sie zusammen machen möchten, und nehmen Sie sich tatsächlich Zeit dafür!
4) Dunkler, stinkender Rauch strömt aus dem Auspuff – verschmutzen Sie ständig Ihre Beziehungsumgebung?
Jeder von uns muss ehrlich zu sich selbst sein. Es gibt bestimmte Anzeichen dafür, dass eine Beziehung giftig/toxisch wird, wie zum Beispiel durch Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, Einschüchterung, emotionale Misshandlung, Affären, Schuldzuweisungen, Leugnung und Drohungen. Wenn Sie solche Verhaltensweisen bei sich selbst bemerken, schaffen Sie eine giftige Umgebung für sich und Ihren Partner. Es ist wichtig, dass Sie sich an jemanden wenden, bei dem Sie sich sicher fühlen und über das Problem sprechen. Versuchen Sie die Vergiftung der Beziehungsumgebung zu stoppen, bevor es zu spät ist. Wenn Sie diese toxischen Verhaltensweisen ignorieren, wird Ihre Beziehung bei solch massiven Problem zum Erliegen kommen. Sowohl der aktive „Problempartner“ kann an sich arbeiten und Hilfe suchen, als auch der darunter leidende Partner!
Eine regelmäßige Wartung kann Wunder wirken
Um solche Situationen zu vermeiden, ist es wichtig, regelmäßige „Kontrollen“ in der Beziehung durchzuführen. Hier sind ein paar Vorschläge der Autometapher:
1) Ölwechsel alle 3.000 Meilen – kümmere dich um dich selbst und die Beziehung.
Dies stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, um schwerwiegende Probleme in Ihrer Beziehung zu vermeiden. Es ist von großer Bedeutung, dass Sie sowohl sich selbst, als auch Ihren Partner gut pflegen. Da in unserem Leben so viel passiert, neigt die Pflege von uns selbst und unserem Partner dazu, auf unserer Prioritätenliste herunterzufallen. Nehmen Sie sich daher Zeit für sich selbst, um zu entspannen und Energie zu tanken. Gleiches gilt für Ihre Beziehung. Das Konzept der „Date-Nights“ ist bereits vielen bekannt. Egal in welcher Beziehungsphase Sie stecken, neue Date-Ideen und Unternehmungen bringen immer frischen Wind in die Beziehung. Sorgen Sie dafür, dass Sie Freude und intime Momente mit Ihrem Partner planen. Wenn Sie die Pflege von sich selbst und Ihrem Partner an die Spitze Ihrer Prioritätenliste setzen, haben Sie eine viel größere Chance, „Reparaturen“ der Beziehung in Zukunft zu vermeiden.
2) Vergessen Sie nicht, die Reifen auszugleichen und zu rotieren – vermeiden Sie „immer das Gleiche“.
Einmal wurde der Ausdruck geprägt, dass „Abwechslung das Salz des Lebens“ ist. Wenn dieselben Aktivitäten immer wieder wiederholt werden, kann das Leben vorhersehbar und eintönig werden. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass Abwechslung in den Alltag integriert wird. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kompromissen und mal zurückstecken ist entscheidend für eine erfolgreiche Beziehung. Wenn jeder Partner diese Dynamik versteht, wird es einfacher sein, Aktivitäten durchzuführen, die der eine oder der andere bevorzugt. Auf diese Weise können beide Partner lustige Dinge unternehmen, ohne dass der andere dagegen ist, da sie wissen, dass sie nächste Woche entscheiden können, was als Nächstes getan wird. Um die Beziehung frisch und lebendig zu halten, sollten auch mal neue Orte erkundet und neue Aktivitäten ausprobiert werden.
Achten Sie darauf, die Warnzeichen nicht zu ignorieren, bis Ihre Beziehung eine „Wartung“ benötigt. Arbeiten Sie mit Ihrem Partner zusammen, um eine offene Plattform für die Selbstäußerung zu schaffen, in der Bedürfnisse und Erwartungen erfüllt und Träume verfolgt werden können. Schätzen und respektieren Sie Ihre Beziehung als den unglaublich schönen Zustand des Seins, der sie ist.
Es ist wichtig zu betonen, dass es keine Schande ist, therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beziehung tiefgreifende Probleme aufweist. Manchmal kann es schwierig sein, allein mit bestimmten Problemen umzugehen, und es kann hilfreich sein, mit einem Therapeuten zu sprechen, der Ihnen dabei helfen kann, effektive Lösungen zu finden und einem beibringt, wie man mögliche Warnsignale nächstes Mal früher erkennt und angehen kann. Eine Therapie kann dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Partner zu verbessern und Ihnen Werkzeuge zu geben, um eine gesunde und dauerhafte Beziehung aufzubauen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie Hilfe benötigen, sollten Sie sich keine Sorgen darüber machen sich Unterstützung zu suchen. Gerne helfe ich Ihnen dabei.
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Wege zur sexuellen Aufklärung und erfolgreichen Kommunikation in Partnerschaften
Die meisten von uns haben keine umfassende und präzise Aufklärung über Sexualität erhalten. Viele Informationen über Sex, Intimität und Sexualität in unserer Kultur sind von Mythen, falschen Vorstellungen, Pornografie oder mangelhafter Schulbildung geprägt. Selbst in schulischer Sexualaufklärung werden wichtige Begriffe wie „Vergnügen“, „Klitoris“ oder „Masturbation“ oft nicht erwähnt.
Obwohl viele Menschen denken, dass sie über sexuelle Themen ausreichend informiert sind, haben sie oft keine entsprechende Bildung erhalten und fühlen sich unsicher, darüber zu sprechen. Dies führt oft zu Schwierigkeiten, wenn es in einer langfristigen Beziehung um die Unterschiede in sexuellen Vorlieben geht.
Es ist wichtig, dass wir lernen, offen über Vergnügen, Verlangen und Erregung zu sprechen, um uns selbst und unsere Partner besser zu verstehen. Wenn wir lernen, unsere Unterschiede, Vorlieben, Wünsche, Unsicherheiten und Ängste zu diskutieren, können wir unsere Perspektive ändern und Missverständnisse und Konflikte vermeiden.
Eine häufige Herausforderung in Beziehungen ist die sexuelle Verlangensdiskrepanz, die entsteht, wenn die Partner unterschiedlich hohes Verlangen nach Intimität oder schlichtweg verschiedene sexuelle Bedürfnisse haben. Dies ist normal und unvermeidlich, da keine Beziehung ohne signifikante Unterschiede zwischen den Partnern überleben kann. Es ist wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass diese Diskrepanz keine Bedrohung für unsere Beziehung darstellt, solange wir lernen, damit umzugehen und offen darüber zu sprechen.
Was ist eine sexuelle Verlangensdiskrepanz?
Sex kann als einer Art der erwachsenen Version des Spiels angesehen werden. Paare können am Anfang von ihren Beziehungen oft gut Spielen, aber dies ändert sich meistens, wenn die Beziehung voranschreitet und beide sich ihrer Selbst und auch ihrem eigenen sexuellen Wesen in der Beziehung bewusster werden.
Es ist normal, dass sich die sexuellen Bedürfnisse und die Sehnsucht danach im Laufe einer langfristigen Beziehung verändern. Paare sollten offen und ehrlich miteinander kommunizieren und versuchen, Kompromisse zu finden, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wenn eine sexuelle Verlangensdiskrepanz nicht angemessen bewältigt wird, kann dies zu ernsthaften Problemen in der Beziehung führen. Es ist wichtig, dass beide Partner bereit sind, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten und sich gegebenenfalls professionelle Hilfe zu suchen.
Eine sexuelle Verlangensdiskrepanz kann eine sensible Angelegenheit sein, die empfindliche Gefühle bei beiden Partnern auslösen kann. Sie kann zu Konflikten und einer toxischen Dynamik führen, in der gegenseitige Vorwürfe, Wut und Frustration eine Rolle spielen. Es ist wichtig zu verstehen, dass eine sexuelle Diskrepanz nicht automatisch bedeutet, dass die Beziehung zum Scheitern verurteilt ist.
Es ist häufig, dass beispielsweise eine Person ein höheres sexuellem Verlangen hat und sich abgelehnt fühlt und dafür dem Partner die Schuld gibt. Manchmal setzt sie auch Druck aus oder geht in extremen Fällen sogar zur Nötigung über. Auf der anderen Seite fühlt sich die Person mit geringerem Sexualverlangen möglicherweise verpflichtet, Sex zu haben, obwohl sie es nicht will, oder sie wertet die Wünsche des Partners ab, weil dieser öfters Sex möchte als sie.
Sowohl die Person mit höherem als auch die Person mit geringerem Verlangen können sich schämen oder sich gegenseitig die Schuld für das Problem geben, was nicht förderlich für eine erfüllende und freudige intime Beziehung ist. Das selbe gilt auch für die Ablehnung oder Unterdrückung von anderen sexuellen Bedürfnissen. Je mehr Paare einander die Schuld geben, desto weniger sexuelle Begegnungen haben sie und desto weniger berühren sie sich. Es ist wichtig, dass Paare frühzeitig Paartherapie suchen, um diese Dynamik zu ändern, bevor es zu schwerwiegenden Schäden in der Beziehung kommt. Je länger die Schuldzuweisungen und Schamgefühle anhalten, desto schwieriger wird es, die Beziehung wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
Therapieansätze und Anreize zum Umgang mit sexueller Verlangensdiskrepanz
Hier sind einige Themen, die beispielsweise während einer Paartherapie besprochen werden, wenn es um Unterschieden im sexuellen Verlangen geht:
Es gibt keine „abnormale“ Stufe des Verlangens. Die Vielfalt des sexuellen Verhaltens ist so groß, wir sind alle normal.
Paare empfinden selten gleichzeitig Lust, Verlangen oder Erregung. Die Erwartung, dass beide Partner dieselbe Stufe des sexuellen Verlangens empfinden sollten, ist keine gesunde Haltung und kann für mehr negative als positive Gefühle in der Beziehung sorgen.
Eine Vorstellung das Sex, heiß, spontan, luxuriös und ein Leben lang anhalten muss, entspricht nicht der Realität. Sex verändert sich und wird im Laufe der Zeit seltener. Wenn Paare weiterhin ihre jugendliche Vorstellung von Sex als Blaupause für ihre Beziehung verwenden, können unterschiedliche Bedürfnisse entstehen.
Eine jugendliche Vorstellung von Sex umfasst mehrere Ideen, die nicht der Realität entsprechen. Zum Beispiel glauben manche Partner, dass Küssen oder andere Berührungen automatisch zu Sex führen müssen. Wenn das nicht passiert, fühlen sie sich enttäuscht, zurückgewiesen und eventuell fühlt sich der andere Partner verpflichtet.
Die Erwartung, dass alle sexuellen Freuden aus Paar-Interaktionen kommen sollten, führt zu Druck. Partner sollten nicht gezwungen werden, bestimmte sexuelle Handlungen auszuführen oder sexuelle Bedürfnisse anderer Partner zu erfüllen. Dies kann zu einem Vermeidungsverhalten fühlen, was beide Partner weiter voneinander entfernt, wenn sie nicht darüber sprechen.
Ereignisse und Gefühle sind schwer zu kontrollieren oder zu ändern, aber wir können die Geschichten, die wir uns über Ereignisse und Gefühle erzählen, kontrollieren. Es ist schwer, aus der negativen Abwärtsspirale herauszukommen, wenn Menschen negative Interpretationen über sich selbst oder den Partner machen. Dies erleichtert oft Gedanken wie: „Er mag nicht, wie ich aussehe“, „sie hat kein Interesse mehr an mir“ oder „wenn er mich lieben würde, würde er wissen, was ich mag, ohne dass ich es ihm sagen müsste“. Es ist wichtig, positiv und konstruktiv miteinander zu sprechen, um die Beziehung zu stärken und das sexuelle Verlangen zu verbessern.
Obwohl die meisten Menschen sagen, dass sie sich beim Sex Vergnügen und körperliche sowie emotionale Nähe und Intimität wünschen, sind sie oft nicht in der Lage, sich darauf zu konzentrieren. Stattdessen können sie sich möglicherweise auf äußere Faktoren konzentrieren, wie ihr Aussehen, Geruch oder Klang, oder auf Verhütungsmethoden oder die Erreichung eines Orgasmus.
Währenddessen unterdrücken sie möglicherweise ihre wahren Wünsche oder befürchten, dass sie etwas falsch machen könnten. Diese Gedanken und Emotionen können dazu führen, dass Scham, Angst und Furcht auftreten, anstatt Vergnügen, Verlangen und Erregung. Es ist daher kein Wunder, dass sexuelle Lustunterschiede oft aufkommen. Wenn Menschen sich nicht auf ihre tatsächlichen Bedürfnisse und Wünsche konzentrieren können, können sie Schwierigkeiten haben, sexuelle Intimität zu genießen und gemeinsam zu erleben.
Was ist nun zu tun?
Wenn Paare sexuelle Lust-Diskrepanzen effektiv bewältigen möchten, gibt es verschiedene Schritte, die sie unternehmen können. Ein wichtiger Schritt ist es, sexuelle Differenzierung zu erleben und zu verstehen. Das bedeutet, dass jedes Individuum im Paar lernen muss, auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten und sie klar und offen zu kommunizieren. Es ist auch wichtig, mit Enttäuschungen umzugehen und zu akzeptieren, dass man nicht immer das bekommt, was man will. Das Geben von Vergnügen sollte auch vom Empfangen von Vergnügen getrennt werden können, um beide Verhaltensweisen zu verstehen und zu praktizieren.
Eine weitere wichtige Komponente ist es, sexuell intelligent zu werden. Dies beinhaltet den Erwerb der richtigen Informationen, die emotionalen Fähigkeiten, um mit Unsicherheiten und Ängsten umzugehen und ein erhöhtes Bewusstsein darüber zu haben, wie der Körper auf sexuelle Reize reagiert. Es ist wichtig zu verstehen, dass Angst und Erregung nicht zusammenpassen und dass es schwierig ist, erregt zu werden, wenn man bitter oder negativ eingestellt ist. Es bedeutet auch, dass wir herausfinden müssen, wie wir unsere eigene Perspektive ändern können und dass sie uns lehrt, authentischer und offener uns, aber auch unserem Partner gegenüber zu werden.
Darüber hinaus kann es hilfreich sein, für diejenigen, die ein höheres Verlangen haben, die eigenen Überzeugungen und Routinen zu überprüfen und anzupassen. Nicht jede Berührung oder Annäherung muss automatisch zu Sex führen. Es ist auch wichtig zu akzeptieren, dass nicht jeder Sex zwangsläufig zu einem Orgasmus führt und dass es in Ordnung ist, wenn eine Bitte abgelehnt wird. Indem man die Erwartungen anpasst und offener für neue Erfahrungen wird, kann man die sexuelle Intimität im Paar verbessern und Lust-Diskrepanzen effektiver bewältigen.
Es wichtig zu erkennen, dass sie eine Wahl haben und sich in diesem Moment dessen bewusstwerden, was genau sie gerade möchten. Brauchen Sie gerade in diesem Moment tatsächlich Sex? Vielleicht möchten sie einfach nur körperliche Berührungen, vielleicht wünschen sie sich Unterstützung beim Orgasmus oder möchten beobachtet werden, während sie masturbieren. Vielleicht haben sie eine aufwändige Vorstellung im Kopf oder wären mit einem „Quicky“ bereits zufrieden. Es ist wichtig, dass beide Partner offen über ihre Wünsche und Bedürfnisse in dem Moment kommunizieren, um eine für beide Seiten befriedigende Lösung zu finden.
Für Menschen mit geringerem sexuellem Verlangen ist es ebenfalls wichtig, für sich einzustehen aber von Zeit zu Zeit mögliche Alternativen anzubieten, anstatt jede Intimität abzulehnen. Es kann auch hilfreich sein, Berührung und Sex voneinander zu trennen. Nur weil man keinen Sex hat, bedeutet das nicht, dass man sich nicht berühren kann. Es ist wichtig, Erwartungen und Druck zu besprechen und herauszufinden, was jeder Partner in seiner individuellen Liebessprache bereit ist und in der Lage ist zu tun und dem Partner zu geben. Sowohl hinsichtlich der Toleranz gegenüber dem Partner, als auch der Offenheit für Kompromisse.
Insgesamt ist es wichtig, dass beide Partner bereit sind, offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren, um eine für beide Seiten zufriedenstellende Lösungen zu finden. Es ist auch wichtig zu betonen, dass es keine „richtige“ oder „falsche“ Art von Lust gibt. Jeder Mensch hat seine eigene Art und Weise, sexuelle Lust zu erfahren und auszudrücken. Es kann jedoch zu Problemen in einer Beziehung führen, wenn die Partner unterschiedliche Vorstellungen von Lust haben und nicht in der Lage sind, darüber zu sprechen.
Es gibt einen Unterschied zwischen spontaner und reaktiver Lust. Spontane Lust bezieht sich auf sexuelles Verlangen, das scheinbar aus dem Nichts auftaucht, während reaktive Lust auf Zeichen sexuellen Interesses wie Berührung, Flirten oder tatsächlichen Sex ausgelöst wird. Spontane Lust wird häufiger in der romantischen, frühen Phase einer Beziehung erlebt. Jeder kann beide Arten von Lust erleben. Reaktive Lust ist ähnlich wie das Gefühl, keine Lust auf das Fitnessstudio zu haben, aber wenn man erst einmal angefangen hat, kommt man in Fahrt und ist am Ende froh, dass man gegangen ist. Spontane Lust ist diejenige, an die die meisten Menschen denken, wenn sie an Lust denken: automatisch, scheinbar ohne internen Input. Es ist wichtig, den Unterschied zu verstehen.
Wenn Paare anfangen können, über ihre Unterschiede und Wünsche ohne Vorwürfe und ohne Abwertung zu sprechen, können sie gemeinsame Lösungen finden, die für beide Partner funktionieren. Jedoch ist dies oft einfacher in der Theorie als in der Praxis, sodass genau dabei beispielsweise eine Paartherapie helfen kann.
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Eine Therapie wird von vielen Menschen aufgesucht, um psychischen Belastungen entgegenzuwirken. Im Grundsatz ist dies eine empfehlenswerte Entscheidung. Allerdings stellt sich die Frage, ob eine Therapie tatsächlich für jedermann geeignet ist. Hier soll Ihnen aufzeiget werden, in welchen Fällen eine therapeutische Behandlung sinnvoll sein kann.
Zu Beginn sollte man sich darüber bewusstwerden, dass eine Therapie, insbesondere die Psychotherapie, nicht nur bei klassischen psychischen Erkrankungen helfen kann. Denn sie ist durchaus in der Lage auch fern ab von Krankheitsbildern oder Störungen zu helfen.
Dafür haben wir für Sie ein paar Beispiele zusammengetragen:
Mögliche Bereiche
Damit einhergehende Schwierigkeiten
Alltag
Krisen, Stressreaktionen, Vergangenheitsbewältigung, Selbstwertprobleme, soziale Schwierigkeiten, Überforderung oder Belastung …
Beruf
Burnout, Entscheidungsfindungen, Probleme am Arbeitsplatz …
Diese Beispiele sprechen natürlich nur Teilbereiche an, in denen eine Therapie sinnvoll sein kann. Zudem untergliedern sich die Therapieformen in verschiedene Richtungen, sodass Sie für spezielle Themen bei dem dafür spezialisierten Therapeuten in Behandlung treten können.
Wann weiß ich, ob die Therapie für mich sinnvoll ist?
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie in einem Bereich Ihres Lebens nicht zurechtkommen, sollten Sie sich keine Sorgen darum machen, um Hilfe zu bitten. Eine gute Behandlung lässt sich jedoch am besten gemeinsam mit Ihnen ermitteln. In einem möglichen Erstgespräch können Sie zusammen mit Ihrem Therapeuten besprechen, was Sie belastet und welche Herangehensweise sich am besten für Ihre individuelle Situation eignet. Auf diese Weise können Sie herausfinden, ob eine Therapie für Sie in Frage kommt und wenn ja, welche Art von Therapie am besten geeignet ist.
Natürlich kennen Sie sich selbst am besten und sollten für sich selbst entscheiden, ob eine Therapie das Richtige für Sie ist und ob Sie sich damit wohl fühlen. Ich möchte Ihnen jedoch kurze Fragen an die Hand geben, um sich besser mit dem Gedanken auseinandersetzen zu können, ob eine Therapie sinnvoll sein könnte.
– Stellt Ihr derzeitiges Befinden für Sie ein Problem dar? – Besteht Ihr Problem schon länger oder fühle Sie sich jetzt anders als früher? – Haben Sie jemanden, mit dem Sie über Ihr Problem reden können? – Kann eine Therapie zur Bewältigung Ihrer Schwierigkeiten beitragen?
Sollten Sie sich jedoch unsicher sein, wie Sie die oben genannten Fragen für sich selbst beantworten sollen, können Sie auf die obige Liste oder auch auf die Beispiele meiner Leistungen zurückgreifen, um eine beispielhafte Übersicht über Bereiche und mögliche Problembehandlungen in der Therapie zu erhalten.
Ansonsten sollten Sie Ihrem Bauchgefühl vertrauen. Wenn Sie das Gefühl haben, psychisch belastet zu sein oder Hilfe zu benötigen, ist es eine gute Idee, einen Psychotherapeuten aufzusuchen und somit den ersten Schritt zu Ihrer psychischen Gesundheit zu machen. Denn es ist absolut in Ordnung, Hilfe zu suchen, wenn Sie diese benötigen, insbesondere wenn es um Ihr Wohlbefinden geht.
Trotzdem fühlen sich viele Menschen unwohl bei dem Gedanken an eine Therapie, was meiner Meinung nach sehr schade ist. Es ist normal, um Hilfe zu bitten. Gerade in unseren jungen Jahren war das, was uns ständig angetrieben hat und uns im Leben weitergeholfen hat. Ein guter Therapeut versteht das und tritt Ihnen wertfrei und mit Respekt und mit Wertschätzung gegenüber. Zudem sind Sie im Rahmen eines Erstgesprächzu nichts verpflichtet. Lernen Sie sich gegenseitig kennen und fühlen Sie sich nicht gezwungen, beim ersten Therapeuten zu bleiben, bei dem Sie einen Termin bekommen. Nehmen Sie sich die Zeit, um anschließend zu reflektieren, ob Sie sich dort wohlgefühlt haben.
Inwiefern kann mir eine Therapie tatschlich helfen?
Es sollte vorab betont werden, dass kein Therapeut eine Garantie für Heilung oder 100% Wirksamkeit geben kann, da die Mitarbeit des Patienten einen wesentlichen Beitrag zur Therapie leistet. Obwohl in der Psychologie über Jahre hinweg geforscht wurde, ist es nicht möglich, eine eindeutige Antwort auf die Wirksamkeit der Therapie zu geben, da zu viele individuelle Faktoren eine Rolle spielen. Zum Beispiel kann die Art der Therapie ein wichtiger Faktor sein – passt sie zum jeweiligen Problem? Auch Ihre Persönlichkeit spielt eine Rolle – gehen Sie freiwillig zur Therapie oder fühlen Sie sich dazu gezwungen? Sind Sie motiviert und möchten Sie, dass es Ihnen besser geht? Reden Sie offen mit Ihrem Therapeuten oder haben Sie Schwierigkeiten, sich ihm anzuvertrauen? Auch der Therapeut selbst ist wichtig – fühlen Sie sich in seiner Gegenwart wohl? Haben Sie das Gefühl, gut aufgehoben zu sein und verstanden zu werden, oder fühlt es sich an, als ob Sie mit einer Wand sprechen?
Daher setzt sich die Wirksamkeit aus vielen verschiedenen Einflüssen zusammen und kann nicht einfach vorhergesagt werden. Dennoch denke ich, dass es sich lohnt, eine Therapie in Betracht zu ziehen, wenn Sie feststellen, dass Sie ein Problem haben und es allein nicht bewältigen können. Selbst wenn Sie ein Problem nicht klar benennen können und sich beispielsweise „nur“ im Alltag unwohl fühlen, ohne zu wissen, warum, ist dies dennoch eine Einschränkung Ihres Wohlbefindens, und es ist die Hilfe wert, da Sie es sich wert sein sollten.
Letztendlich ist jede Form der Therapie eine Hilfe zur Selbsthilfe, bei der ein Therapeut versucht, durch Strategien und Lösungen bei der Identifikation und Bewältigung von Problemen zu unterstützen. Es ist wichtig zu beachten, dass eine Therapie nur so lange Bestand hat, wie Sie sich darin wohl fühlen. Sowohl Sie als auch der Therapeut sollten den Fortschritt der Therapie regelmäßig ansprechen, wie Sie sich fühlen und wie Sie dem aktuellen Weg und einem möglichen Ende der Therapie gegenüberstehen.
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