Wie unsere Bindungsstile Einfluss auf unsere Beziehung nehmen und wie wir diesen Einfluss steuern können

Versetzten Sie sich einmal in das folgende Szenario: Sie betreten den Raum und kreuzen Ihren Blick mit der Person, die Sie als die attraktivste, die Sie je gesehen haben, empfinden. Diese Person schaut Sie ebenfalls an. Sie beginnen zu sprechen und merken, dass die Chemie zwischen Ihnen intensiv ist. Ein Date wird geplant, und Sie erleben mehrere großartige Treffen. Die Liebe entwickelt sich, und Sie beginnen, über den gemeinsamen Lebensweg zu sprechen. Die Hochzeit und Flitterwochen folgen, und Sie starten Ihr gemeinsames tägliches Leben (vielleicht nicht unbedingt in dieser Reihenfolge). Während Sie sich in das gemeinsame Leben einleben, bemerken Sie Veränderungen. Streitereien treten häufiger auf, und die Emotionen sind nicht ausschließlich positiv. Warum entfernt sich Ihr Partner, wenn es zu Konflikten kommt? Warum geht Ihr Partner weg, wenn Sie Beruhigung benötigen? Warum zeigt er manchmal anstrengende Anhänglichkeit und zu anderen Zeiten Unabhängigkeit? John Bowlby und Mary Ainsworth haben auf diese Fragen Antwort gefunden, indem Sie unsere Bindungsstile erforscht und erklärt haben.

Die Entwicklung einer Beziehung

Es ist wichtig anzuerkennen, dass es Zeit braucht, bis zwischenmenschliche Muster in einer romantischen Beziehung entstehen. Ein Wahrnehmungsfehler tritt auf, wenn Sie sich zum ersten Mal verlieben, der natürlich Ihre Verbindung zu den Stärken Ihres Partners verstärkt und Ihr Bewusstsein für seine Schwächen einschränkt. Daher entwickeln Sie in der täglichen Lebensführung genauere Wahrnehmungen von problematischen Mustern. Es ist also völlig normal, anfangs die Beziehung oder den Partner zu idealisieren, durch eine rosarote Brille zu schauen oder sich kaum oder gar nicht zu streiten. Ebenso muss einem aber auch bewusstwerden, dass es genau so normal ist, wenn diese Sicht weniger wird, der ein oder andere streit entsteht und nicht mehr alles als ideal oder perfekt angesehen wird.

Warum Sie sich so Verhalten, wie Sie es tun

In den 1960er Jahren behauptete John Bowlby, dass positive und negative Arten des Beziehungsverhaltens aufgrund von Erfahrungen als Eltern und Kinder erlernt werden. Ihre Beziehungsweisen sind darauf ausgelegt, die Bindung zu den Bindungspersonen (Eltern/ Pflegepersonen) im Aufwachsen zu stärken und Ihnen beim Überleben zu helfen. Ein bindungsbezogenes Verhaltenssystem entsteht allmählich, bei dem Sie versuchen, Ihre Emotionen und Verhaltensweisen gegenüber einer Bindungsperson zu regulieren. Um dies zu tun, stellt das Bindungssystem im Wesentlichen die folgende grundlegende Frage: Ist die Bindungsperson in der Nähe, erreichbar und aufmerksam? Nach Bowlby wird eine Person, die eine sichere Bindung erlebt hat, Bindungspersonen als verfügbar, reaktionsschnell und hilfreich betrachten. Eine unsicher gebundene Person würde Bindungspersonen als unzugänglich und unzuverlässig betrachten.

Unterschiedliche Bindungsstile

Ainsworth erweiterte Bowlbys bindungsbezogenes Verhaltenssystem und führte spezifische Bindungsstile ein, die unser Bindungsverhalten erklären. Es wurden drei spezifische Bindungsstile skizziert: (1) sichere Bindung, (2) ängstlich-widerständig und (3) vermeidend. In erwachsenen romantischen Beziehungen würde der unsicher gebundene Erwachsene, der ängstlich-widerständig ist, von seinem Partner abhängig sein und dennoch dessen Beruhigungsversuche ablehnen. Der unsicher gebundene Erwachsene, der vermeidend ist, würde bei emotionaler Not keine emotionale oder physische Unterstützung von seinem Partner suchen.

Bowlby und Ainsworth halfen uns zu verstehen, dass Ihre Art, sich anderen gegenüber zu verhalten, von Ihren frühen Bindungserfahrungen geleitet wird. Aber zeigen Sie tatsächlich dieselben Bindungsverhaltensweisen in Ihren erwachsenen romantischen Beziehungen?

Weitere Forschung zu Bindungsstilen

Hazen und Shaver überprüften Bowlbys theoretische Annahme, dass frühkindliche Bindungsverhaltensweisen bis ins Erwachsenenalter reichen und relativ stabil sind. Sie führten Forschung durch und stellten fest, dass auch Erwachsene die drei von Ainsworth festgelegten Bindungskategorien (sicher, ängstlich-widerständig und vermeidend) berichteten. Deren Forschung identifizierte, dass romantische Beziehungen Bindungen sind und ähnliche Bindungsverhaltensweisen teilen, die eltern-kindliche Interaktionen charakterisieren. Im Wesentlichen hatten Bowlby und Ainsworth recht, wenn sie vorschlugen, dass wir unsere erwachsenen Beziehungen betrachten und das Bindungsverhalten unseres Partners aufgrund seiner Kindheitsbindungserfahrungen bewerten können.

SIND MENSCHEN FÜR IMMER IN MUSTERN AUS DER KINDHEIT GEFANGEN?

Was passiert, wenn Sie sich mit jemandem mit einem unsicheren Bindungsstil zusammentun? Kann sich sein Bindungsstil sicher entwickeln? Forscher hatten dieselben Fragen, ob frühkindliche Bindungsverhaltensweisen im Erwachsenenalter verändert werden können oder nicht. Ergebnisse mehrerer Studien deuteten tatsächlich darauf hin, dass, obwohl der frühkindliche Bindungsstil relativ stabil ist, Bindungsverhaltensweisen sich verändern können. Darin liegt die Hoffnung für das Paar. Also, zurück zur Frage, was passiert, wenn Sie sich mit einem unsicher gebundenen Individuum zusammentun? Wie können Sie Ihre Chancen auf eine sichere Bindung in Ihrer Beziehung erhöhen?

Belastungen in romantischen Beziehungen sind die Hauptursache dafür, dass Erwachsene psychologische Dienste in Anspruch nehmen. Es gibt spezifische Interventionen, die die Bindungssicherheit erhöhen oder die negativen Auswirkungen unsicherer Bindungsverhaltensweisen in romantischen Beziehungen verringern. Die folgenden Interventionen werden durch empirische Untersuchungen unterstützt.

Transference-Focused Therapy

Die Transference-Focused Therapy (TFT) ist eine therapeutische Intervention, die darauf abzielt, Impulsivität zu reduzieren, die Stimmung zu stabilisieren und die zwischenmenschliche und berufliche Funktion zu verbessern. Die Intervention ist speziell für Personen konzipiert, die mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung kämpfen. Trauma kann die internalisierten Repräsentationen der Persönlichkeit beeinflussen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Personen in Reaktion auf Trauma mangelhafte Persönlichkeitsmerkmale entwickeln. Trauma wirkt sich auf Bindungen aus. Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass Personen, die an TFT teilnahmen, sich in Richtung sicher gebunden mit einigen präokkupierten Verhaltensweisen bewegten, weg von unsicher gebunden mit präokkupierten Verhaltensweisen.

Emotionsfokussierte Therapie

Emotionsfokussierte Therapie (EFT) für Paare konzentriert sich darauf, die strukturierten, wiederholten Interaktionen und die emotionalen Reaktionen von belasteten Paaren umzugestalten, die Partner hervorrufen und die Entwicklung einer sicheren emotionalen Bindung fördern. Das EFT-Modell geht davon aus, dass die negativen Emotionen und Interaktionszyklen, die für belastete Paare typisch sind, einen Kampf um sichere Bindung darstellen. Sims randomisierte 26 Paare, bei denen mindestens ein Partner als unsicher gebunden eingestuft wurde, in die EFT-Behandlung oder eine Warteliste. Paare in der EFT-Behandlungsgruppe steigerten ihre Bindungssicherheit (und verringerten die bindungsbezogene Vermeidung) mehr als die Kontrollpaare.

Trauma-Fokussierte Kognitive Verarbeitungstherapie

Die Trauma-fokussierte kognitive Verarbeitungstherapie (CPT) konzentriert sich darauf, die dysfunktionalen Überzeugungen im Zusammenhang mit Traumata zu ändern. Trauma in unseren frühen Bindungsjahren beeinflusst unsere Bindungsfunktion und prägt somit, wie wir uns in romantischen Beziehungen zu anderen verhalten. CPT bietet Hoffnung für Paare, da ein unsicher gebundener Partner, der Opfer von Traumata wurde, an dieser Art der Behandlung teilnehmen kann, um die Funktionsfähigkeit zu verbessern. In der Studie von Rimane, Steil, Renneberg und Rosner  aus 2020 zeigten Teilnehmer, die an CPT teilnahmen, nach der Behandlung eine Verringerung unsicherer Vermeidungsverhaltensweisen.

Dyadische Regulationsprozesse

Dyadische Regulationsprozesse finden in der Paartherapie statt und sollen die bindungsrelevanten dyadischen Interaktionen zwischen ihnen verbessern. Unter Anwendung des Dyadischen Regulationsprozessmodells untersuchten Forscher, wie Partner den Einfluss der ängstlich-widerständigen oder vermeidenden Verhaltensweisen ihres Partners aufgrund ihrer unsicheren Bindungen abfedern können. Simpson und Struthers filmten im Jahr 2013 romantische Paare, die über identifizierte Beziehungsprobleme diskutierten und Veränderungen im anderen Partner wollten. Die Ergebnisse zeigten, dass unsicher gebundene Partner, deren Partner mehr Verständnis zeigten, weniger Wut und Rückzug zeigten und ihre Gespräche erfolgreicher waren. Diese Partner pufferten die Reaktionen ihres unsicher gebundenen Partners ab, indem sie lernten, sensibel auf ihre Autonomiebedürfnisse zu reagieren, ihre Sichtweise zu validieren und ihre konstruktiven Bemühungen und guten Eigenschaften anzuerkennen.

Partnerschaften mit einem sicheren Bindungsstil

Wie eben erläutert, können verschiedene Behandlungsinterventionen eine Einzelperson oder ein Paar zu sicherer bindungsbasiertem Verhalten führen. An dieser Stelle denken Sie vielleicht, dass Hoffnung nur innerhalb einer therapeutischen Umgebung erreicht werden kann. Aber lassen Sie mich Sie dahingehend beruhigen. Wenn Sie eine sicher gebundene Person sind, spielen Sie eine wichtige Rolle in Ihrer Beziehung zu einem unsicher gebundenen Partner. Das Erleben sicherer Verhaltensweisen in romantischen Beziehungen kann Repräsentationen des unsicheren Bindungsstils verringern. Ihre sicher gebundenen Verhaltensweisen können eine sichere Basis für Ihren unsicher gebundenen Partner bieten, um zu wachsen.

Was liegt in unserer Macht?

Sie können nicht in Ihre Kindheit zurückkehren und Bezugspersonen wählen, die verhindern würden, dass Sie einen unsicheren Bindungsstil entwickeln. Sie können daher nicht verhindern, dass sich die Auswirkungen dysfunktionaler frühkindlicher Bindungserfahrungen auf Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen als Erwachsene auswirken. Es gibt jedoch Hoffnung. Sie können Ihre Chancen auf sichere Bindung erhöhen, indem Sie Partner wählen, die sicher gebunden sind. Sie können an Interventionsmaßnahmen in der Paartherapie teilnehmen. Sie können auch eine sichere Bindungsbasis für Ihren unsicher gebundenen Partner bieten. Bindungsstile bedeuten nicht ein festes Potenzial in Ihrer Beziehung – es gibt immer Raum für Wachstum.

Zwangsstörungen verstehen – Eine Übersicht für Betroffene und Angehörige

Kurzübersicht: Zwangsstörung (OCD)

Eine Zwangsstörung (OCD) ist gekennzeichnet durch immer wiederkehrende, anhaltende, unerwünschte und aufdringliche Gedanken, Impulse oder Bilder (Obsessionen) und/oder repetitive Verhaltensweisen oder geistige Handlungen (Zwangshandlungen), zu denen die Patienten sich gezwungen fühlen. Die Diagnose erfolgt durch eine gründliche Untersuchung der Krankengeschichte. Die Behandlung umfasst meist ein Psychotherapie oder eine medikamentöse Therapie, oder in schweren Fällen beides.

OCD tritt bei Frauen etwas häufiger auf als bei Männern und betrifft etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung. Das Durchschnittsalter, in dem OCD beginnt, liegt bei 19 bis 20 Jahren, wobei etwa 25 Prozent der Fälle bereits im Alter von 14 Jahren auftreten. Bis zu 30 Prozent der Menschen mit einer Zwangsstörung haben auch eine frühere oder aktuelle Tic-Störung.

Tics werden als wiederholte, plötzliche, schnelle, nicht rhythmische Muskelbewegungen definiert, einschließlich Geräusche oder Laute. So gehört beispielsweise Tourette in diese Kategorie.

Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser

Die genaue Ursache von Zwangsstörungen ist nicht vollständig verstanden, aber es wird angenommen, dass sie durch eine Kombination von Faktoren ausgelöst werden, darunter:

1. Genetische Faktoren: Es gibt Hinweise darauf, dass es eine genetische Veranlagung für OCD geben kann. Menschen, deren enge Verwandte eine Zwangsstörung haben, haben möglicherweise ein höheres Risiko, selbst an OCD zu erkranken.

2. Neurobiologische Faktoren: OCD kann mit Veränderungen in der Gehirnchemie in Verbindung stehen, insbesondere mit einem Ungleichgewicht des Neurotransmitters Serotonin. Dieses Ungleichgewicht könnte die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen beeinflussen und zur Entstehung von Zwangssymptomen beitragen.

3. Umweltfaktoren: Traumatische Ereignisse oder belastende Lebensereignisse könnten das Auftreten von OCD bei anfälligen Personen auslösen oder verschlimmern. Diese Umweltfaktoren können jedoch nicht allein für Zwangsstörungen verantwortlich gemacht werden.

4. Lernprozesse: In einigen Fällen entwickeln Menschen mit OCD zwanghafte Verhaltensweisen als eine Art Bewältigungsmechanismus, um mit ihren Ängsten oder Stress umzugehen. Wenn diese Verhaltensweisen vorübergehend Angst lindern, werden sie verstärkt und können zu rituellen Zwangshandlungen werden.

5. Neuroanatomische Faktoren: Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte Gehirnregionen, insbesondere der frontale Kortex und die Basalganglien, bei OCD-Patienten möglicherweise anders funktionieren. Diese Gehirnveränderungen könnten zur Entstehung von Zwangssymptomen beitragen.

Es ist wichtig zu betonen, dass OCD ein komplexes Störungsbild ist, bei dem wahrscheinlich mehrere dieser Faktoren zusammenwirken. Die genaue Ätiologie von OCD bleibt Gegenstand intensiver Forschung, um besser zu verstehen, wie diese Störung entsteht, und um wirksamere Behandlungen zu weiterzuentwickeln.

Symptome und Anzeichen von Zwangsstörungen

Obsessionen sind unerwünschte, aufdringliche Gedanken, Impulse oder Bilder, die in der Regel starke Angst oder Unruhe verursachen. Diese Gedanken können verschiedene Themen haben, wie etwa Schaden, Selbst- oder Fremdgefährdung, Kontamination, Zweifel, Symmetrie oder Aggression. Zum Beispiel könnten Menschen besessen davon sein, dass sie sich mit Schmutz oder Keimen kontaminieren, wenn sie ihre Hände nicht mindestens 2 Stunden pro Tag waschen. Diese Obsessionen sind äußerst unangenehm, daher versuchen die Betroffenen oft, sie zu ignorieren oder zu unterdrücken. Manchmal versuchen sie auch, die Angst, die diese Gedanken verursachen, durch bestimmte Verhaltensweisen, die als Zwangshandlungen bezeichnet werden, zu reduzieren oder zu neutralisieren.

Zwangshandlungen sind repetitive, zwanghafte Verhaltensweisen, die Menschen glauben, sie ausführen zu müssen, um die Angst, die durch ihre obsessiven Gedanken ausgelöst wird, zu verringern oder um ihre Obsessionen zu neutralisieren. Beispiele für solche Rituale sind das wiederholte Waschen (z. B. der Hände oder des Körpers), das Überprüfen (z. B. von Türen oder Geräten), das Zählen (z. B. das Wiederholen von Handlungen eine bestimmte Anzahl von Malen) oder das Ordnen von Dingen in einem bestimmten Muster. Oft müssen diese Rituale auf sehr spezifische Weise und nach festen Regeln ausgeführt werden. Manchmal haben sie eine realistische Verbindung zu den befürchteten Ereignissen (z. B. das Waschen, um Kontamination zu vermeiden), sind jedoch in ihrer Ausführung stark übertrieben, wie stundenlanges Duschen oder das wiederholte Überprüfen von Dingen.

Die Zeit, die Menschen mit Zwangsstörungen für ihre Obsessionen und Zwänge aufwenden, kann erheblich sein, oft mehrere Stunden pro Tag. Diese Störung kann das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen und die Betroffenen stark belasten. Die meisten Menschen mit OCD erkennen zumindest teilweise, dass ihre Überzeugungen, die ihren Zwängen zugrunde liegen, nicht realistisch sind. Manchmal fehlt jedoch die Einsicht vollständig, und die Betroffenen glauben fest daran, dass ihre Obsessionen und Zwangshandlungen angemessen sind. Aufgrund der Angst, sich lächerlich zu machen oder stigmatisiert zu werden, verbergen viele Menschen mit OCD ihre Zwänge und Rituale. Dies kann zu Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen und im schulischen oder beruflichen Bereich führen. Zusätzlich entwickeln viele von ihnen auch andere psychische Störungen, darunter Angststörungen, eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung und ein erhöhtes Risiko für Selbstmordgedanken und -versuche, insbesondere wenn gleichzeitig eine starke Depression vorliegt.

Diagnose: Zwangsstörung

Um die Diagnose einer Zwangsstörung zu erfüllen, müssen Obsessionen und/oder Zwangshandlungen eine erhebliche Menge an Zeit in Anspruch nehmen. Dies kann bedeuten, dass die Betroffenen beispielsweise mehr als eine Stunde pro Tag mit diesen Gedanken oder Verhaltensweisen verbringen.

Die Symptome der Zwangsstörung müssen zu einer klinisch signifikanten Belastung oder Beeinträchtigung im täglichen Leben führen. Dies bedeutet, dass sie das normale Funktionieren der Person in wichtigen Lebensbereichen wie Arbeit, Schule, Beziehungen oder persönlicher Gesundheit erheblich beeinflussen.

Die Diagnose von OCD erfordert normalerweise eine ausführliche Untersuchung durch einen qualifizierten Fachmann im Bereich der psychischen Gesundheit. Dies kann ein Psychiater oder ein Psychologe sein. Während des diagnostischen Prozesses führt das Fachpersonal Interviews durch, um die Symptome zu verstehen, ihre Schwere zu bewerten und sicherzustellen, dass sie die oben genannten Kriterien erfüllen. Es ist auch wichtig, andere psychische Gesundheitsprobleme auszuschließen oder zu identifizieren, da Zwangsstörungen oft mit anderen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen einhergehen können.

Eine korrekte Diagnose und Beurteilung sind entscheidend, um eine angemessene Behandlungsstrategie zu entwickeln und den Betroffenen zu helfen, ihr Leben trotz der Herausforderungen, die die Zwangsstörung mit sich bringt, erfolgreich zu bewältigen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung der Zwangsstörung umfasst in der Regel zwei Hauptansätze:
Psychotherapie – Expositions- und Ritualprävention (Reaktionsverhütung) mit kognitiver Therapie:

   – Bei dieser Form der Therapie werden Patienten schrittweise Situationen oder Objekten ausgesetzt, die ihre Ängste und Zwänge auslösen, während sie daran gehindert werden, ihre zwanghaften Handlungen auszuführen. Zum Beispiel könnte jemand mit Waschzwang gebeten werden, eine Türklinke mit den Händen zu berühren, ohne sich danach die Hände zu waschen, oder vorher die Klinke zu reinigen.

   – Ziel ist es, die Angst, die durch diese Exposition ausgelöst wird, allmählich zu verringern, indem sich die Patienten daran gewöhnen. Dieser Ansatz kann langanhaltende Verbesserungen bewirken, insbesondere wenn die Patienten die erlernten Techniken nach der Behandlung weiterhin anwenden.

Medikamentöse Therapie – Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder Clomipramin:

   – SSRI sind eine Art Antidepressiva, die bei der Behandlung von Zwangsstörungen wirksam sein können. Bei OCD-Patienten werden oft höhere Dosen benötigt als bei anderen Störungen.

   – Clomipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, das ebenfalls zur Behandlung von OCD eingesetzt wird und starke serotonerge Effekte hat.

   – In einigen Fällen, in denen SSRI und Clomipramin nicht ausreichen, kann die Zugabe von weiteren Medikamenten wie atypischen Neuroleptika oder Glutamatmodulatoren erwogen werden.

Experten empfehlen oft eine Kombinationstherapie, bei der sowohl die Expositions- und Ritualpräventionstherapie als auch die medikamentöse Behandlung verwendet werden, insbesondere bei schweren Fällen von Zwangsstörung. Dieser umfassende Ansatz zielt darauf ab, die Symptome effektiv zu bewältigen und den Patienten zu helfen, ein besseres Leben zu führen. Es ist wichtig, die Behandlung unter der Anleitung eines qualifizierten Therapeuten oder Psychiaters durchzuführen, da OCD eine komplexe Störung ist und die individuellen Bedürfnisse der Patienten variieren können.

Abschließende Worte

Der soeben präsentierte Blogbeitrag bietet umfassende Informationen über Zwangsstörungen, einschließlich Aufklärung und Definitionen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose darstellt und dass es zusätzliche detaillierte Informationen zu diesem Thema gibt. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollen Ihnen helfen, ein grundlegendes Verständnis für das Thema Zwangsstörungen zu entwickeln.

OCD ist eine komplexe psychische Erkrankung, die sich bei jedem Betroffenen unterschiedlich manifestieren können. Es ist entscheidend zu erkennen, dass Selbsthilfe allein oft nicht ausreicht, um OCD angemessen zu bewältigen. Daher empfehle ich Ihnen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt zu Rate zu ziehen. Gerne unterstütze ich Sie dabei, den geeigneten Fachmann zu finden oder bespreche mit Ihnen, ob Sie bei mir eine geeignete Therapie beginnen können.

Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen bei der Beurteilung Ihrer individuellen Situation helfen, eine präzise Diagnose stellen und eine angemessene Behandlungsstrategie entwickeln. OCD kann erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben haben, und es ist von großer Bedeutung, die richtige Unterstützung zu erhalten.

Beziehungen meistern im digitalen Zeitalter: Die Online-Paartherapie als moderne Lösung

Herausforderungen in Beziehungen und die Vorteile der Online-Paartherapie

Die Dynamik romantischer Beziehungen stellt hohe Anforderungen an die Partner. Es erfordert die Fähigkeit, die Bedürfnisse des anderen zu unterstützen und gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse zu identifizieren und zu vertreten. Stress in einer Person innerhalb einer Partnerschaft kann sich negativ auf den Partner und die Gesamtbeziehung auswirken. Dies wird besonders deutlich, wenn Kinder, berufliche Verpflichtungen und finanzielle Aspekte ins Spiel kommen, was oft die Ursache für viele Beziehungsprobleme ist.

Es gibt keine festgelegte Erfolgsformel für eine glückliche Partnerschaft. Unabhängig von den Herausforderungen, vor denen eine Beziehung steht, kann eine Therapie dabei helfen, die eigenen Bedürfnisse zu klären und zu erfüllen. In der Paarberatung arbeitet man gemeinsam mit einem Therapeuten daran, Beziehungshürden zu überwinden und auf eine Weise auf die eigenen Bedürfnisse einzugehen, die den eigenen Werten entspricht.

Manchmal ist persönliche Therapie vor Ort nicht verfügbar oder leicht zugänglich. In solchen Fällen bietet die Online-Paartherapie ähnliche Vorteile wie die persönliche Therapie, jedoch mit dem zusätzlichen Komfort und der Privatsphäre, die durch die Unterstützung von zu Hause ausgeboten werden.

Eine moderne Alternative zur klassischen Therapie-Praxis

Die Online-Paartherapie bietet eine effektive Möglichkeit, Beziehungsprobleme zu bewältigen, ohne die Notwendigkeit einer persönlichen Sitzung in einer Praxis. Über eine sichere Internetplattform, häufig per Videochat, können Paare mit ihren Therapeuten interagieren, unabhängig von ihrem Standort. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für Paare, die räumlich voneinander getrennt sind, sei es aufgrund von Beruf, Krankenhausaufenthalten oder anderen Hürden.

Studien zeigen, dass die Zufriedenheit derjenigen, die sich für Online-Paartherapie entscheiden, vergleichbar mit der derjenigen ist, die persönliche Sitzungen bevorzugen. Tatsächlich kann die Online-Therapie für einige Paare den entscheidenden Unterschied zwischen der Inanspruchnahme professioneller Hilfe zur Beziehungsbewältigung und dem Verzicht auf Unterstützung bedeuten.

Besonders vorteilhaft ist die Online-Therapie für Paare mit hektischen Terminplänen, Menschen in abgelegenen Gebieten, die das Reisen erschwert, sowie für diejenigen, die Stress beim Autofahren oder in öffentlichen Verkehrsmitteln empfinden. Die Privatsphäre, die die Online-Therapie bietet, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für Paare, die ihre persönlichen Angelegenheiten diskret behandeln möchten. Zudem kann die Online-Therapie Paaren mit einem oder beiden Partnern, die aufgrund von körperlichen Einschränkungen Schwierigkeiten haben, an persönlichen Sitzungen teilzunehmen, eine willkommene Alternative bieten. Ganz zu schweigend davon, dass sie zeitlich leichter in den Alltag zu implementieren ist.

Effektivität von Online-Paartherapie: Warum sie funktioniert

Romantische Beziehungen bilden oft die Grundlage für Liebe, Unterstützung und Vertrauen. Viele Menschen sehen ihre Partner nicht nur als Lebensgefährten, sondern auch als besten Freund, Ratgeber, finanziellen Partner und Mitverantwortlichen für die Erziehung ihrer Kinder. Wenn jedoch Schwierigkeiten in einer Beziehung auftreten, kann sich dies anfühlen, als ob die gesamte Welt aus den Fugen gerät. In solchen Momenten kann die Aussicht auf Paartherapie anfangs entmutigend erscheinen, insbesondere wenn bereits zahlreiche Bemühungen unternommen wurden. Dennoch zeigt die Forschung, dass Paartherapie erfolgreich sein kann.

Eine Analyse aus dem Jahr 2015 ergab, dass die Wirksamkeit der Paartherapie am höchsten ist, wenn Therapeuten klare Therapieziele setzen, standardisierte Instrumente zur Fortschrittsbewertung nutzen und kontinuierlich den Therapieverlauf und die Qualität der therapeutischen Beziehung überwachen.

Die Online-Therapie folgt im Wesentlichen dem gleichen Modell wie die herkömmliche Therapie. Tatsächlich sind viele der Interventionen und Techniken, die in persönlichen Sitzungen angewendet werden, auch online umsetzbar. Der Aufbau von Vertrauen kann möglicherweise etwas länger dauern, insbesondere wenn technische Herausforderungen auftreten. Eine qualitativ hochwertige Online-Therapie, die auf einer zuverlässigen Plattform durchgeführt wird, kann jedoch gut funktionieren und ermöglicht es dem Therapeuten sogar, subtile Hinweise wie Tonfall und Körpersprache des Klienten wahrzunehmen.

Grenzen der Online-Paartherapie: Wann sie nicht geeignet ist

Online-Paartherapie ist nicht für jede Situation geeignet. Im Fall häuslicher Gewalt raten die meisten Fachleute von einer gemeinsamen Therapie ab. Dies liegt daran, dass in der Therapie beide Partner als gleichberechtigt behandelt werden, was jedoch meist Zweifel und Konflikte bei dem Aggressor auslöst. In Fällen von häuslicher Gewalt tragen die Partner nicht gleichermaßen zur Problematik in ihrer Beziehung bei, und der missbräuchliche Partner kann die Therapie sogar dazu nutzen, sein Verhalten zu legitimieren. Zudem hat herkömmliche Paartherapie oft das Ziel, das Paar zusammenzuhalten. Dies könnte dazu führen, dass das Opfer länger in einer schädlichen Beziehung verbleibt und potenziell seine Sicherheit gefährdet.

Die Online-Therapieumgebung könnte auch dazu führen, dass Gewalt leichter verborgen wird, was das Risiko für das Opfer erhöht. Es gibt jedoch auch andere Situationen, in denen Online-Therapie möglicherweise nicht die beste Wahl ist:

– Wenn das Paar keinen Zugang zum Internet hat oder über veraltete Computer oder Tablets verfügt, die die Interaktion mit dem Therapeuten erschweren.
– Wenn ein oder beide Mitglieder des Paares Technologie misstrauen und Bedenken bezüglich einer Fernberatung haben.
– Wenn ein oder beide Partner sich in der familiären Umgebung gestresst oder ängstlich fühlen und die entspanntere Atmosphäre einer Therapiepraxis bevorzugen.

Der Weg zur erfolgreichen Online-Paartherapie: Was Sie erwartet

In den meisten Online-Beratungen wird die Videokommunikation genutzt, um ein Gespräch zu ermöglichen, die Körpersprache des anderen zu erfassen und eine Erfahrung zu schaffen, die der herkömmlichen persönlichen Beratung ähnelt. In den ersten Sitzungen arbeiten Sie eng mit Ihrem Therapeuten zusammen, um Behandlungsziele zu definieren, die Geschichte Ihrer Beziehung zu teilen und ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Während des Verlaufs der Therapie erörtern Sie gemeinsam die Herausforderungen in Ihrer Beziehung und erarbeiten Strategien zur Bewältigung dieser Probleme. Ihr Therapeut kann Ihnen gelegentlich Aufgaben geben, die dazu dienen, Ihre Gefühle oder Verhaltensweisen zwischen den Therapiesitzungen zu reflektieren, oder er kann Sie ermutigen, über aktuelle Konflikte in Ihrer Beziehung zu sprechen. In bestimmten Fällen kann es auch vorkommen, dass der Therapeut individuelle Beratungssitzungen empfiehlt, um spezifische Probleme wie Depressionen, Traumata oder Angstzustände anzugehen.

Ein guter Therapeut wird Sie behutsam herausfordern. Eine erfolgreiche Therapie ermutigt Sie dazu, sich mit ungesunden Denkmustern und Gefühlen auseinanderzusetzen. Ihr Therapeut sollte Ihre Emotionen bestätigen und eine neutrale Haltung bewahren, selbst wenn er Ihnen Einblicke in verschiedene Konflikte gibt oder Ihnen hilft, unrealistische Erwartungen zu erkennen. Es sollte für Sie komfortabel sein, Feedback an Ihren Therapeuten zu geben, und dieser sollte regelmäßig die Therapieziele überprüfen und bewerten.

Die Wahl des richtigen Therapeuten ist entscheidend für die Verbesserung Ihrer Beziehung. Ein kompetenter Therapeut hört auf Ihre Ziele, unterstützt Sie bei der Entwicklung praktischer Lösungen und schafft eine sichere Umgebung, in der sich beide Partner wohl fühlen können. Somit stellt die Online-Paartherapie genau so eine valide und gute Option dar wie eine herkömmliche Therapie. Wägen Sie daher einfach ab, mit welcher Therapie sie sich wohler fühlen und welche besser zu ihrer individuellen Situation passt.

Panikattacken und Panikstörungen verstehen – Eine Übersicht für Betroffene und Angehörige

Kurzübersicht: Panikattacken und Störungen

Eine Panikattacke ist eine plötzliche Episode intensiver Angst oder Furcht, begleitet von körperlichen und/oder mentalen Symptomen. Wenn solche Attacken wiederholt auftreten und mit anhaltenden Sorgen oder Vermeidungsverhalten einhergehen, spricht man von einer Panikstörung. Die Diagnose erfolgt durch klinische Beurteilung. Einzeln auftretende Panikattacken erfordern möglicherweise keine Behandlung, während die Panikstörung medikamentös oder durch Psychotherapie behandelt werden kann. Panikattacken sind relativ häufig, wobei die meisten Menschen sie ohne Behandlung überwinden, während einige eine Panikstörung entwickeln können. Diese Störung betrifft etwa 2 bis 3% der Bevölkerung, beginnt oft im späten Jugend- oder frühen Erwachsenenalter und tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern.

Symptome und Anzeichen von Panikattacken und Störungen

Eine Panikattacke ist ein plötzlicher Ausbruch von intensiver Angst oder Unbehagen, begleitet von mindestens 4 der in einer Liste aufgeführten Symptome. Diese Symptome erreichen normalerweise innerhalb von 10 Minuten ihren Höhepunkt und klingen dann schnell ab, sodass sie für Ärzte schwer nachzuweisen sind. Obwohl Panikattacken sehr unangenehm sein können, sind sie in der Regel nicht lebensbedrohlich.

Panikattacken können bei verschiedenen Angststörungen auftreten und sind oft mit den zugrunde liegenden Ängsten der jeweiligen Störung verbunden. Einige Menschen erleben Panikattacken in Situationen, die sie erwarten können, während andere scheinbar grundlos auftretende Panikattacken haben.

KognitivSomatisch
– Angst, zu sterben
– Angst, verrückt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren
– Gefühle von Unwirklichkeit, Fremdheit (Derealisation) oder Loslösung von der eigenen Person (Depersonalisation)
– Schmerzen oder Beschwerden in der Brust
– Schwindel, Gefühlsschwankungen oder Schwäche
– Fieber oder Schüttelfrost
– Übelkeit oder Bauchschmerzen
– Taubheitsgefühle oder Kribbeln
– Palpitationen oder beschleunigter Herzschlag
– Empfindung von Kurzatmigkeit oder Ersticken
– Schwitzen
– Zittern oder Schwanken
Übersicht von möglichen Symptomen von Panikattacken und Panikstörungen

Die meisten Menschen mit Panikstörungen leben in ständiger Angst vor der nächsten Attacke und meiden oft Orte oder Situationen, in denen sie zuvor eine Panikattacke hatten. Diese Menschen fürchten häufig, dass sie an schwerwiegenden körperlichen Erkrankungen leiden, wie Herzprobleme, Lungenkrankheiten oder Hirnerkrankungen, und suchen deshalb wiederholt ärztliche Hilfe auf. Es ist jedoch oft schwierig, die richtige Diagnose zu stellen, da die körperlichen Symptome im Vordergrund stehen können. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Menschen mit Panikstörungen gleichzeitig Symptome einer schweren Depression aufweisen.

Diagnose: Panikattacken und Panikstörung

Die Diagnose einer Panikstörung wird gestellt, nachdem körperliche Gesundheitsprobleme ausgeschlossen wurden, die Angstsymptome verursachen könnten. Sie basiert auf den diagnostischen Kriterien, die im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) festgelegt sind.

Um die Diagnose einer Panikstörung zu erfüllen, müssen Patienten wiederholt Panikattacken erleben. Es ist nicht festgelegt, wie oft diese auftreten müssen. Nach einer solchen Attacke müssen mindestens eines der folgenden Symptome für mindestens einen Monat anhalten:

1. Anhaltende Sorgen über die Möglichkeit einer erneuten Panikattacke oder über deren Konsequenzen, wie die Befürchtung, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu werden.

2. Ein unangemessenes Verhalten als Reaktion auf die Panikattacken, zum Beispiel das Vermeiden von alltäglichen Aktivitäten wie Sport oder soziale Situationen, um weitere Attacken zu verhindern.

Die Behandlung von Panikattacken und Panikstörung erfolgt in der Regel mit Psychotherapie, Medikamenten oder einer Kombination beider Ansätze, je nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Panikattacken und Panikstörung umfasst oft den Einsatz von Antidepressiva, Benzodiazepinen und psychotherapeutischen Maßnahmen wie Expositionsbehandlung und kognitive Verhaltenstherapie. Bei einigen Menschen kann sich die Panikstörung von selbst zurückbilden, insbesondere wenn sie weiterhin den Situationen ausgesetzt sind, in denen die Panikattacken aufgetreten sind. Bei anderen kann eine langfristige, medikamentöse Behandlung in Kombination mit intensiverer Psychotherapie erforderlich sein.

Antidepressiva, insbesondere selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRIs) und selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs), werden oft bevorzugt, da sie weniger Nebenwirkungen haben als Benzodiazepine. Benzodiazepine haben zwar einen schnelleren Wirkungseintritt, können aber zu körperlicher Abhängigkeit und Nebenwirkungen führen. In einigen Fällen kann eine Kombination aus Antidepressiva und Benzodiazepinen initial verschrieben werden und das Benzodiazepin allmählich abgesetzt werden, sobald das Antidepressivum wirksam wird.

Psychotherapie, einschließlich Expositionsbehandlung und kognitiver Verhaltenstherapie, kann dazu beitragen, die Angst und das Vermeidungsverhalten zu reduzieren und die Symptome zu kontrollieren. Während der Expositionsbehandlung stellen sich die Patienten bewusst ihren Ängsten, um diese zu überwinden. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie lernen die Patienten, ihre Gedankenmuster und falschen Überzeugungen zu erkennen und anzugehen, und ihr Verhalten entsprechend anzupassen. Es ist wichtig zu beachten, dass die richtige Behandlung von einem qualifizierten Fachmann abhängt und individuell angepasst werden sollte.

Abschließende Worte

Der soeben präsentierte Blogbeitrag bietet umfassende Informationen zu Panikattacken und Panikstörungen, einschließlich ihrer Erklärung und Definitionen. Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose darstellt, sondern lediglich dazu dient, Ihnen ein grundlegendes Verständnis für das Thema zu vermitteln.

Panikattacken und Panikstörungen sind komplexe psychische Zustände, die verschiedene Symptome und Erfahrungen auslösen können. Selbsthilfe allein ist oft nicht ausreichend, um diese Herausforderungen angemessen zu bewältigen. Wenn Sie Unterstützung benötigen, wird dringend empfohlen, professionelle Hilfe von einem qualifizierten Therapeuten oder Arzt in Anspruch zu nehmen. Bei der Suche nach angemessener Unterstützung stehe ich Ihnen gerne zur Seite.

Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen bei der Beurteilung Ihrer individuellen Situation helfen, eine genaue Diagnose stellen und eine passende Behandlungsstrategie entwickeln. Panikattacken und Panikstörungen können erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben haben, und es ist von großer Bedeutung, die richtige Unterstützung zu erhalten.

Neid: Ein Leitfaden zur persönlichen Entwicklung und emotionalen Gesundheit

Neid im heutigen Kontext

Der Neid wird heutzutage nur selten thematisiert. Möglicherweise liegt es daran, dass in dieser Ära der individuellen Stärkung von jedem erwartet wird, persönliche Bestleistungen anzustreben und den eigenen Lebensweg unabhängig von anderen zu verfolgen. In einer Umgebung des Individualismus könnte es als wenig taktvoll erscheinen, zuzugeben (sowohl sich selbst gegenüber als auch anderen gegenüber), dass eine Neidempfindung gegenüber einer anderen Person vorhanden sein oder gar als normal angesehen werden könnten.

Eventuell liegt die Zurückhaltung im Umgang mit Neid darin begründet, dass er mit traditioneller Moral verknüpft scheint. Die Kommunikation ist heute direkter. Die Dinge werden unverblümt ausgesprochen. Es besteht kein Bedarf an unbegründeten oder verschwommenen Emotionen, die Unruhe in unseren Seelen verursachen könnten.

Neid ist nicht aus dem menschlichen Erleben verschwunden. Er ist fest im menschlichen Herzen verankert. Er ist lediglich unter die Oberfläche gerückt. Falls Sie jemals versucht haben, Maulwürfe aus Ihrem Garten zu vertreiben, sind Sie mit der Schwierigkeit vertraut, Dinge loszuwerden, die unter der Erde leben. Das Problem besteht darin, dass Sie sie nicht sehen können. Sie können nur nachvollziehen, wo sie bereits gewesen sind, da sie eine Spur der Verwüstung hinterlassen haben.

Die Natur des Neides und der Eifersucht

Aber was ist eigentlich Neid? Eines steht fest: Neid ist nicht dasselbe wie Eifersucht. Diese Wörter werden häufig austauschbar verwendet, was jedoch nicht korrekt ist. Zwischen ihnen besteht ein bedeutender und tiefgreifender Unterschied.

Eifersucht bezieht sich darauf, dass man jemand anderen um das beneidet, was man selbst haben möchte, wie beispielsweise ein Paar neue Schuhe, welche wir gerade an einer anderen Person gesehen haben. Dabei spielt es keine Rolle, wer die andere Person ist oder in welcher Situation sie sich befindet: Sie besitzt etwas, das man selbst gerne hätte, während man selbst es nicht besitzt, und daher empfindet man Eifersucht.

Es schadet niemandem außer der eigenen Person. Bei differenzierten Denken wird einem bewusst, dass es mit der Zeit langweilig wird, ständig den Besitz anderer anzustreben. Man erkennt, dass man durchaus in der Lage wäre, sich selbst zum Beispiel ein Paar Schuhe zu kaufen, wenn man etwas sorgsamer mit seinen Finanzen umgehen würde. Was eine andere Person besitzt, steht vollkommen unabhängig von dem, was man selbst besitzt oder nicht besitzt. Man ist auf sich allein gestellt. Daher liegt es in der eigenen Verantwortung, sich eigene Schuhe zu besorgen und die eigenen Empfindungen zu überwinden.

Neid hingegen repräsentiert den Schmerz über etwas, das Ihnen fehlt – sei es ein luxuriöses Auto, eine makellose Familie oder eine harmonische Ehe. Soziale Netzwerke vermögen den Neid zu verstärken, während die Medien oft Gefühle des Neids schüren, indem sie eine endlose Palette an Produkten und dem „perfekten Leben“ präsentieren, was Ihnen entweder fehlt oder unerreichbar erscheint. Der Neid ist schlichtweg eine hinterhältige Natur, da er uns manipulieren kann und gehässig werden lässt, wenn jemand etwas besitzt oder erreicht hat, wonach wir uns sehnen. Denn wir fangen an, alles zu hinterfragen von demjenigen und manchmal, rutschen wir dabei in eine unangemessene Schiene: „Die Person mit den neuen Schuhen sieht nicht aus, als würde sie viel Geld verdienen. Derjenige hat das nicht so sehr verdient, wie ich und wer weiß, was derjenige für die Schuhe alles getan hat“. Ein Leben im ständigen Schatten des Neids ist jedoch nicht unabdingbar.

Die Auswirkung von Neid auf zwischenmenschliche Dynamik – Ein Praxisbeispiel

Wie wir zuvor feststellen konnten, zielt Neid auf eine andere Person ab. Nehmen wir an, Sie haben eine Schwester und Sie beide lernen Klavierspielen.

Ein Beispiel hierfür ist der Neid, der Sie unangenehm berührt, wenn Ihre Schwester ein wundervolles Klavierstück zu ihrem besten gibt auf der gemeinsamen Familienfeier. Während Sie sich daran erinnern, wie Sie während der letzten zwei Jahre während der Klavierstunde eher lustlos dasaßen und es über sich ergehen ließen, da es Ihnen mehr als Bürde Ihrer Eltern vorkam. Selbstverständlich wollen Sie auch auf der Familienfeier etwas spielen. Aber Sie hatten wenig Lust zu üben. Sie wollten andere Aktivitäten verfolgen.

Des Weiteren sind Sie der Ansicht, dass Ihre Schwester von Natur aus begabter sei. Die Musik falle ihr so leicht, dass sie praktisch im Schlaf spielen könnte. Sie dagegen wurden nicht mit solchem Talent gesegnet. Sie bemerken, wie alle sie bewundern. Sie empfinden sie als Angeberin! Sie sind überzeugt, dass Sie genauso gut spielen könnten wie sie, wenn Sie nur die gleichen Vorteile wie sie hätten.

Sie nehmen jede sich bietende Gelegenheit wahr, um Kritik an Ihrer Schwester zu üben an diesem Abend. Sie setzen sich das Ziel, ihr Leben nach vermeintlichen Ungerechtigkeiten abzusuchen, die Ihnen verwehrt blieben, Ihrer Schwester jedoch gewährt wurden. Dabei übersehen Sie bereits, dass Sie dieselben Chancen am Klavier hatten. Das Klavierspiel markiert jedoch nur den Anfang. Sie könnten zahlreiche Beispiele für Bevorzugung aufzählen, wenn nur jemand Interesse daran zeigen würde, wie sehr Sie gelitten haben, während Ihre Schwester im Rampenlicht stand.

Durch Ihren ungezügelten Neid verletzen Sie Ihre Schwester, denn Ihr Verhalten gegenüber ihr ist rücksichtslos. Sie mindern ihre Erfolge, indem Sie sie auf Glück, elterliche Präferenzen oder angeborene Talente zurückführen. Die Stunden des Übens, die sie investierte, während Sie mit anderen Dingen beschäftigt waren, geraten in Vergessenheit. Sie schmälern die ausgeprägte Disziplin, Konzentration und persönlichen Ziele ihrer Schwester. Sie greifen sie an und setzen sie herab, was für sie willkürlich und unangenehm ist. Dadurch wird sie in ihrer Selbstsicherheit erschüttert und es entstehen Ängste.

Das Gleiche trifft auf Sie zu. Sie erleben ebenfalls Verletzungen und Ängste. Neid gleicht einer Mistgabel mit zwei scharfen Zinken: Sie durchbohren die Erfolge einer anderen Person und lassen damit zugleich die eigene innerliche Gelassenheit entweichen.

Negative Emotionen als Wegweiser: Zwischen reaktiver Abwehr und proaktiver Entwicklung

Wenn Neid also eine solch nachteilige Auswirkung hat, warum vertreten viele die Auffassung, dass er in unserer Natur verankert ist? Dies rührt daher, dass Neid, ähnlich wie bei sämtlichen Emotionen – sei es positiven oder negativen – als Indikator fungiert. Neid lenkt unsere Aufmerksamkeit als Botschafter auf einen Aspekt in uns, der besondere Beachtung erfordert.

Ein vergleichbares Beispiel für eine allgemein bekannte negative Emotion ist die Wut. Wut stellt unser Alarmsystem dar, welches uns signalisiert, dass etwas nicht in Ordnung ist. Viele Menschen assoziieren Wut mit impulsiven Ausbrüchen von Zorn oder sogar Gewalttätigkeit. Doch diese Annahme ist völlig überspitzt. Wut ist lediglich ein Gefühl. Wie Sie auf dieses Gefühl reagieren, liegt in Ihrer eigenen Entscheidung.

Es besteht die Möglichkeit, dass Sie reaktiv agieren und sich in Form von unbeherrschtem Verhalten entladen – ein Verhalten, das wir beispielsweise im Straßenverkehr beobachten können. Ihre Wut signalisiert Ihnen, dass Sie eine Grenze erreichen. Sie geraten in einen Ausbruch. Doch welchen Nutzen hat das? Wahrscheinlich sind Sie noch immer von Zorn erfüllt, wenn Sie eine Stunde später die Tür zuhause öffnen. Alle Anwesenden zu Hause tragen die Folgen davon. Ein unangenehmer Abend liegt vor Ihnen. In der Zwischenzeit setzen diejenigen, die Ihre Wut entfachten, ihre Fahrt auf der Autobahn fort, ohne von Ihrem Ausbruch Kenntnis zu haben.

Eine alternative Herangehensweise könnte darin bestehen, zu reagieren – und dabei sowohl die Ursache als auch das Ausmaß der Wut zu analysieren, die durch das Alarmsignal ausgelöst wurde. Infolgedessen können Sie selbst entscheiden, wie Sie damit umgehen möchten. Indem Sie sich die Zeit zum Reagieren nehmen, gewähren Sie sich gleichzeitig die Möglichkeit, aus Ihrer Wut zu lernen und sie als Hinweis zu nutzen, dass eine Veränderung in Ihrem Leben förderlich wäre. Ihre Wut hat Ihnen somit eine Lösung aufgezeigt. Die Entscheidung über den weiteren Verlauf liegt bei Ihnen. Ihnen wird bewusst, dass Ihre Wut in Bezug auf Sie selbst steht.

Dieses Muster der Wahl zwischen reaktiver und proaktiver Handlungsweise lässt sich ebenso auf den Umgang mit Neid anwenden. Wenn Sie in Bezug auf Neid reaktiv agieren, unternehmen Sie Handlungen, die nicht nur Ihnen selbst schaden, sondern auch den Menschen, die Ziel Ihrer Neidgefühle sind, wie zuvor erörtert. In diesem Fall tun Sie sich keinen Gefallen, da Sie sich in eine unübersichtliche Situation hineinsteigern und sich dabei mit einem abstrakten, jedoch schwerwiegenden Ungerechtigkeitsempfinden trösten, das Sie in die Opferrolle versetzt. Sie leiden unter den erlittenen Verletzungen und verurteilen den vermeintlichen Täter.

Indessen, wenn Sie proaktiv agieren, übernehmen Sie die Kontrolle. Auch wenn es unangenehm sein mag, sich selbst einzugestehen, dass Sie von Neid gegenüber einer anderen Person erfüllt sind, könnten Sie durch eine tiefe Atemholpause und eine gründliche Selbstreflexion überraschende Erkenntnisse gewinnen. Diese könnten darauf hinweisen, dass der Neid in Wahrheit in der ungenauen Erzählung verankert ist, die Sie über Ihr eigenes Leben wiederholt vortragen. Ähnlich wie bei der Wut und den Fahrern steht der Neid nicht im Zusammenhang mit der Person, die Sie beneiden. Vielmehr handelt es sich hierbei um eine innerliche Angelegenheit.

Die Möglichkeit der Selbsterkenntnis und Veränderung im Umgang mit Neid

Es besteht die Option, sich selbst kritisch zu betrachten und festzustellen, ob es an Disziplin mangelt, was mit Schuldgefühlen in Verbindung stehen könnte. In diesem Fall bietet sich die Gelegenheit, durch gezielte Maßnahmen zu erlernen, wie Disziplin in das eigene Leben integriert werden kann. Die Zusammenarbeit mit einem Therapeuten kann dazu dienen, die persönliche Erzählung umzustrukturieren und Raum für individuelles Wachstum zu schaffen. Wenn der Wunsch vorhanden ist, haben Sie die Möglichkeit, alles zu verändern, was Sie ändern möchten.

Eifersucht und Neid sind Situationen, die als Gelegenheiten betrachtet werden können. Bei Auftreten dieser Emotionen ist es ratsam, kurz innezuhalten und sie näher zu analysieren. Es ist wichtig sich daran zu erinnern, dass Sie selbst nicht Ihre Gefühle sind, sondern derjenige, der diese Gefühle wahrnimmt. Ebenso sind Sie der Urheber Ihrer Gedanken. Als solcher haben Sie die Fähigkeit, Ihr eigenes Leben zu gestalten.

Es empfiehlt sich, dieses Konzept schrittweise zu erproben. Techniken der Achtsamkeit bieten ausgezeichnete Werkzeuge, um die impulsiven und reaktiven Aspekte intensiver negativer Emotionen zu verlangsamen. Durch Bewusstsein für die eigenen Gefühle, die Umgebung sowie Hoffnungen und Träume in jedem Moment, entsteht der Raum, der benötigt wird, um die Kontrolle über das eigene Verhalten zu übernehmen. Dies ermöglicht die Integration von Disziplin in das eigene Leben und schafft letzten Endes den Frieden im Herzen, den Sie anstreben.

Ratschläge im Umgang mit Neid und anderen negativen Emotionen

Um Ihnen bei der Erleichterung dieses Prozesses behilflich zu sein, werden im Folgenden einige Ratschläge hierzu präsentiert. Denn es existieren verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um den überwältigenden Emotionen, die damit einhergehen, zu begegnen:

Führen Sie eine Analyse der Situation durch

Sobald Sie die ersten Anzeichen des Neids spüren, sollten Sie diese Empfindung nicht ignorieren, jedoch auch nicht weiter anheizen. Welche tiefere Bedeutung verbirgt sich hinter diesen Gefühlen? Neid kann Ihnen viel über Ihre Wünsche verraten – sei es ein Urlaub, ein erfolgreicher Lebenspartner oder eine neue berufliche Position. Wenn Sie Ihren Neidgefühlen Gehör schenken und diese hinterfragen, können Sie wertvolle Erkenntnisse über sich selbst gewinnen. Reflektieren Sie, warum Sie Neid empfinden, welcher Aspekt in Ihrem Leben fehlt und inwiefern andere Emotionen wie Angst oder Frustration möglicherweise zu Ihrem neidischen Empfinden beitragen könnten.

Lenken Sie Ihren Fokus auf Dankbarkeit

Möglicherweise sind Sie nicht im Besitz eines millionenschweren Strandhauses, doch gibt es mit Sicherheit Dinge, für die Sie dankbar sein können – dies trifft auf jeden Einzelnen zu. Anstatt sich auf das zu konzentrieren, was Ihnen mangelt, sollten Sie Dankbarkeit zu einer langfristigen Strategie machen. Erstellen Sie regelmäßig eine Aufzählung von Dingen, für die Sie dankbar sind – ungeachtet ihrer Größe. Wenn Neidgefühle aufkommen, ersetzen Sie jeden neidischen Gedanken durch einen Moment der Dankbarkeit für etwas Bedeutendes in Ihrem eigenen Leben.

Unterziehen Sie sich einen „Reality-Check“

Wenn Sie das Profil einer Person in sozialen Netzwerken bewundern oder deren Updates verfolgen, neigen Sie dazu zu vergessen, dass jeder Mensch eine öffentliche und private Seite hat. Wir alle bemühen uns, unsere besten Facetten zu präsentieren. Der Klassenkamerad oder Kollege, der ein scheinbar glanzvolles Leben führt, könnte heimlich mit Schwierigkeiten kämpfen. Glauben Sie nicht unkritisch an die Inszenierung anderer Menschen. Erkennen Sie stattdessen, dass jeder mit Herausforderungen zu kämpfen hat, und bedenken Sie, dass Ihnen möglicherweise der Einblick in das Innenleben anderer Personen fehlt.

Bestimmen Sie Ihre eigenen Ziele

Anstatt im Neid zu verharren, setzen Sie sich das Ziel, Schritte zu unternehmen, um Ihr eigenes Leben in die gewünschte Richtung zu lenken. Neid kann durchaus eine positive Emotion sein, wenn er Sie zu gesunden Zielsetzungen inspiriert. Spüren Sie Neid, fragen Sie sich, welches Element im Leben einer anderen Person Sie beneiden, und erstellen Sie eine Liste von Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. Indem Sie kleine Schritte unternehmen, können Sie beginnen ein Leben zu führen, auf das Sie stolz sein können.

Unterstützen Sie Andere

Obwohl es stets Menschen geben wird, die über Dinge verfügen, die Ihnen fehlen, existieren mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Personen, die weniger privilegiert sind als Sie. Anderen behilflich zu sein, kann eine wirkungsvolle Methode zur Veränderung Ihrer Perspektive darstellen. Diese Tätigkeit vermittelt zudem ein gutes Gefühl. Bemühen Sie sich ehrenamtlich mitzuwirken, und nutzen Sie Ihre Erfahrungen als Freiwilliger, um Bilanz über das zu ziehen, was Sie besitzen, anstatt darüber zu grübeln, was Ihnen fehlt.

Sexuelle Erregungsstörungen verstehen – Eine Übersicht für Betroffene und Angehörige

Kurzübersicht: Erregungsstörungen

Die Beeinträchtigung des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Erregung wird durch das Fehlen oder die Verminderung des Interesses an sexuellen Aktivitäten, Vergnügen, Gedanken und Fantasien gekennzeichnet. Dies kann auch das Fehlen eines reaktiven Verlangens sowie mangelnde subjektive Erregung oder physische Reaktion auf sexuelle Stimulation beinhalten, sei es im genitalen Bereich oder anderweitig. Diese Störung kann sowohl Frauen, als auch Männer betreffen.

Personen, die von einer Beeinträchtigung des sexuellen Verlangens oder der sexuellen Erregung betroffen sind, zeigen geringes oder gar kein Interesse an sexuellen Aktivitäten und reagieren weder subjektiv noch körperlich auf sexuelle Stimulation. Der Verlust an Interesse und der Fähigkeit zur sexuellen Erregung übersteigt das, was aufgrund des Alters oder der Dauer einer Partnerschaft zu erwarten wäre. Diese Schwierigkeiten im sexuellen Interesse und der Fähigkeit zur Erregung werden als Störung betrachtet, wenn sie den Betroffenen belasten und während sämtlicher sexueller Erfahrungen anhalten.

Die verminderte sexuelle Erregung kann in drei Kategorien unterteilt werden: subjektiv, genital und kombiniert. Diese Kategorien basieren auf klinischen Aspekten und beziehen sich teilweise darauf, wie Frauen auf Reize im genitalen und nicht-genitalen Bereich reagieren:

1. Subjektiv: Frauen fühlen beispielsweise trotz einer physischen genitalen Reaktion, wie zum Beispiel einer gesteigerten Durchblutung im Genitalbereich, keine Erregung bei jeglichen sexuellen Reizen, sei es genitaler oder nicht-genitaler Natur (zum Beispiel Küssen, Tanzen, Betrachten erotischer Inhalte oder körperliche Berührung).

2. Genital: Die subjektive Erregung tritt als Reaktion auf nicht-genitale Reize auf, wie etwa bei der Betrachtung eines erotischen Videos, aber nicht in Reaktion auf Reize im Genitalbereich. Diese Art der Störung betrifft normalerweise Frauen nach den Wechseljahren. Die Fähigkeit zur vaginalen Befeuchtung und/oder die Empfindlichkeit im genitalen Bereich sind verringert.

3. Kombiniert: Frauen in dieser Kategorie berichten beispielsweise von einem geringen oder fehlenden subjektiven Erregungsgefühl bei jeglichen sexuellen Reizen und von einer gleichzeitig fehlenden physischen Genitalerregung. Das bedeutet, dass sie externe Gleitmittel verwenden müssen und eine Schwellung der Klitoris nicht mehr auftritt.

Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser

Häufige Gründe für Schwierigkeiten im sexuellen Verlangen oder Erregungszustand sind:

1. Psychische Faktoren: Dazu gehören Dinge wie Depressionen, Ängste, geringes Selbstwertgefühl, Stress, Ablenkung und Probleme in der Kommunikation zwischen Partnern. Auch andere Beziehungsprobleme können eine Rolle spielen.

2. Unangenehme sexuelle Erfahrungen: Wenn sexuelle Aktivitäten nicht gut laufen aufgrund von mangelnden Fähigkeiten oder schlechter Kommunikation über Bedürfnisse, kann das zu Schwierigkeiten führen.

3. Körperliche Faktoren: Hierzu gehören Erkrankungen wie das urogenitale Syndrom der Wechseljahre und Vulvadystrophie. Auch Veränderungen im Spiegel von Sexualhormonen, bestimmte Medikamente, Müdigkeit und körperliche Schwäche können beteiligt sein.

Die Verwendung bestimmter Medikamente wie selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs), einige Anti-Epileptika und Betablocker kann das sexuelle Interesse verringern. Das Trinken von zu viel Alkohol kann ebenfalls dazu führen. Bestimmte langanhaltende Krankheiten wie Diabetes oder Multiple Sklerose können Nerven im Genitalbereich schädigen und so zu vermindertem Empfinden führen.

Schwankungen und Veränderungen im Hormonspiegel, wie sie in den Wechseljahren, während der Schwangerschaft, nach der Geburt oder im Menstruationszyklus auftreten, können ebenfalls das sexuelle Verlangen beeinflussen. Zum Beispiel kann der Rückgang von Östrogen während der Wechseljahre zu Beschwerden im Genitalbereich führen, die wiederum das sexuelle Interesse mindern. Wenn der Testosteronspiegel im Körper abnimmt, kann das auch den Sexualtrieb reduzieren. Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann ähnliche Probleme verursachen und auch das Östrogen senken.

Schlechte oder nicht ausreichende sexuelle Stimulation sowie eine ungünstige Einstellung zur sexuellen Aktivität können ebenfalls dazu beitragen, dass das sexuelle Interesse oder die Erregung abnehmen.

Diagnose: Sexuelle Erregungsstörung

Die Diagnose einer Störung des sexuellen Interesses oder der sexuellen Erregung basiert auf medizinischen Standards, die im DSM-5 festgelegt sind.

Die Kriterien erfordern, dass mindestens drei der folgenden Punkte fehlen oder signifikant abgenommen haben:

1. Interesse an sexuellen Aktivitäten
2. Sexuelle Fantasien oder Gedanken
3. Eigenständiges Beginnen von sexuellen Aktivitäten und positive Reaktion auf den Partner, der die Aktivität initiiert
4. Erleben von Erregung oder Lust in mindestens 75% der sexuellen Aktivitäten
5. Interesse oder Erregung als Antwort auf innere oder äußere erotische Reize, wie zum Beispiel erotische Texte, Gespräche oder visuelle Reize
6. Körperliche Empfindungen, sei es im Genitalbereich oder anderswo, während mindestens 75% der sexuellen Aktivitäten

Zudem müssen diese Symptome seit mindestens sechs Monaten bestehen und signifikante Belastung für den Betroffenen verursachen.

Die Diagnose wird nicht gestellt, wenn es eine körperliche oder andere psychische Ursache gibt, die für die Symptome verantwortlich sein könnte. Das schließt auch Probleme in Beziehungen mit ein.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Bedarf kann in einem ärztlichen Gespräch festgelegt werden, was mögliche Behandlungswege für den Betroffenen sein können. Typischerweise gehören dazu:

– Aufklärung und psychologische Unterstützung
– Hormontherapie
– Testosteronergänzung

Die Behandlung von Störungen des sexuellen Interesses oder der sexuellen Erregung erfordert oft ein umfassendes Vorgehen. Ein Team von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen kann helfen. Dazu gehören Sexualberater, Schmerzspezialisten, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten.

Aufklärung und Therapie

Eine wichtige Rolle spielt die Aufklärung über die Anatomie und Funktionen des Körpers im sexuellen Kontext. Zum Beispiel kann es nützlich sein zu verstehen, dass nicht nur die Klitoris oder der Penis stimuliert werden sollte, sondern auch andere Bereiche des Körpers. Ebenso ist eine offene Kommunikation zwischen den Partnern essenziell.

Es gibt verschiedene Arten von sexuellen Reizen, die effektiv sein können, wie nicht-physische und nicht-genitale Stimulation. Es kann hilfreich sein, intensivere erotische Reize und Fantasien zu nutzen, Ablenkungen zu minimieren (zum Beispiel den Fernseher aus dem Schlafzimmer zu entfernen) und Privatsphäre und Sicherheit während sexueller Aktivitäten zu gewährleisten.

Wenn psychische Faktoren eine Rolle spielen, kann eine Psychotherapie, wie zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie, in Erwägung gezogen werden. Manchmal reicht jedoch allein das Bewusstsein über die Bedeutung psychischer Faktoren aus, um Verhaltensmuster zu ändern. Andere Therapieansätze wie die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie können ebenfalls positive Auswirkungen auf Erregung, Orgasmus, Verlangen und Motivation haben.

Östrogentherapie

Die Behandlung mit Östrogen ist nicht dazu gedacht, Störungen der sexuellen Erregung oder des sexuellen Interesses direkt zu behandeln. Es kann jedoch bei Frauen während der Wechseljahre eingesetzt werden, um Wechseljahrs-Beschwerden zu lindern. Es kann die Stimmung verbessern und dazu beitragen, die Empfindlichkeit der Haut und der Genitalien sowie die vaginale Feuchtigkeit aufrechtzuerhalten. Auch Begleitsymptome wie Hitzewallungen können verringert werden. Diese Faktoren können wiederum das sexuelle Interesse und die Erregung positiv beeinflussen.

Normalerweise bevorzugt man transdermale Östrogenpräparate nach der Menopause. Es ist jedoch noch unklar, welches dieser Präparate in Bezug auf die sexuelle Gesundheit am besten ist, da dazu keine eindeutigen Studien vorliegen. Frauen, die noch einen Uterus haben, erhalten zusätzlich zu Östrogen Progesteron, da Östrogen ohne Gegenwirkung das Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs erhöhen kann.

Für postmenopausale Frauen kann es eine Option sein, Östrogen in vaginaler Form zu verwenden, wie zum Beispiel Cremes, Tabletten oder einen vaginalen Ring. Dies kann helfen, die Gesundheit der Vagina zu erhalten und Symptome des urogenitalen Syndroms der Menopause zu behandeln. Allerdings wirken diese Formen von Östrogen nicht auf Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen oder Schlafprobleme.

Testosterontherapie

Eine Testosterontherapie bei Männern mit sexueller Erregungsstörung kann dazu beitragen, die sexuelle Gesundheit und Funktion zu verbessern. Testosteron ist das Hauptgeschlechtshormon bei Männern und spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung der männlichen Fortpflanzungsorgane, der Knochenmasse, der Muskelmasse und des Haarwuchses. Es beeinflusst auch die Libido, das sexuelle Verlangen, und ist an der Regulation der Erektion beteiligt.

Eine Testosterontherapie kann dabei helfen, diese Probleme anzugehen. Durch die Erhöhung der Testosteronspiegel im Körper können mehrere Aspekte der sexuellen Funktion positiv beeinflusst werden.

Erstens kann eine erhöhte Testosteronmenge die sexuelle Lust oder das sexuelle Verlangen steigern. Männer könnten ein intensiveres Interesse an sexuellen Aktivitäten entwickeln.

Zweitens kann Testosteron die Fähigkeit zur Erektion verbessern. Es beeinflusst die Durchblutung der Genitalien und kann dadurch die Qualität der Erektionen positiv beeinflussen. Dies kann zu einer besseren Fähigkeit führen, eine Erektion aufrechtzuerhalten, was wiederum die sexuelle Erregung unterstützen kann.

Drittens kann eine höhere Testosteronkonzentration die allgemeine Energie und das Wohlbefinden beeinflussen, was sich positiv auf die psychische Einstellung und das sexuelle Selbstbewusstsein auswirken kann. Männer könnten sich insgesamt vitaler und positiver fühlen, was wiederum zu einer gesteigerten sexuellen Erregung beitragen kann.

Die Testosterontherapie selbst sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da eine übermäßige Zufuhr von Testosteron Risiken mit sich bringen kann, wie z.B. unerwünschte Nebenwirkungen oder einen Anstieg der Blutwerte auf gefährliche Ebenen. In geeigneten Fällen kann eine Testosterontherapie jedoch eine wirksame Option sein, um sexuelle Erregungsstörungen bei Männern zu behandeln und die Lebensqualität zu verbessern.

In einigen Fällen kann die vorübergehende Anwendung von Testosteron durch die Haut bei Frauen nach den Wechseljahren mit sexuellen Interesse- oder Erregungsproblemen wirksam sein. Eine solche Behandlung hat gezeigt, dass sie die sexuelle Funktion verbessern kann, sowohl das sexuelle Verlangen als auch die Erregung und das Orgasmusverhalten.

Jedoch gibt es noch begrenzte Informationen über die langfristige Sicherheit und Effektivität dieser Testosterontherapie. Falls diese Behandlung in Betracht gezogen wird, sollte der Patient sorgfältig über die gemischten Ergebnisse der bisherigen Studien informiert werden. Auch die begrenzten langfristigen Sicherheitsdaten müssen beachtet werden.

Andere Optionen umfassen intravaginal angewendetes Prasteron, ein Serotonin-Rezeptor-Agonist/Antagonist namens Flibanserin für prämenopausale Frauen sowie bestimmte Medikamente wie Bupropion für Männer mit niedrigem Testosteronspiegel. Vibratoren und andere Geräte könnten in einigen Fällen ebenfalls ausprobiert werden, obwohl die Beweislage hier begrenzt ist.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine ganzheitliche Herangehensweise, die sowohl psychologische Aspekte als auch mögliche hormonelle Ursachen berücksichtigt, am besten geeignet ist, um Störungen des sexuellen Interesses oder der sexuellen Erregung zu behandeln.

Abschließende Worte

Der vorliegende Blogartikel bietet Ihnen eine umfassende Darstellung über sexuelle Funktionsstörungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen, einschließlich ausführlicher Aufklärung und Definitionen. Es ist jedoch von besonderer Bedeutung zu verstehen, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose ersetzt und weiterführende Informationen zur Thematik vorhanden sind. Die präsentierten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollen Ihnen dabei helfen, ein grundlegendes Verständnis für dieses Thema zu entwickeln.

Sexuelle Funktionsstörungen können eine vielschichtige Problematik darstellen, und individuelle Erfahrungen können stark variieren. Es ist von entscheidender Wichtigkeit zu erkennen, dass eigenständige Bemühungen zur Selbsthilfe eventuell nicht ausreichend sind, um eine angemessene Bewältigung der sexuellen Erregungsstörung zu erreichen. Es wird empfohlen, im Bedarfsfall professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen und einen qualifizierten Therapeuten oder Facharzt zu konsultieren. In diesem Prozess stehe ich Ihnen gerne zur Seite.

Ein erfahrener Therapeut vermag Ihnen dabei zu helfen, Ihre individuelle Situation zu evaluieren, eine präzise Diagnose zu stellen und eine passende Behandlungsstrategie zu entwerfen. Sexuelle Erregungsstörungen können signifikante Auswirkungen auf Ihre Lebensqualität haben. Es ist essenziell zu betonen, dass sowohl Männer als auch Frauen davon betroffen sein können und es von großer Bedeutung ist, die angemessene Unterstützung zu erhalten, um sich selbst und möglicherweise auch Ihre Beziehung positiv zu unterstützen.

Was ist unsere Sprache der Liebe?

Der Ausdruck unserer Liebe

In den vielfältigen Landschaften der zwischenmenschlichen Beziehungen ist die Art und Weise, wie wir Liebe geben und empfangen, ein fundamentaler Aspekt, der oft übersehen wird. Hier kommt der englisch geprägte Begriff „Love Languages“ ins Spiel. Der Begriff wurde erstmals von dem renommierten Paartherapeuten und Autor Gary Chapman geprägt. Er vertritt die Ansicht, dass Menschen ihre Liebe auf unterschiedliche Weise ausdrücken und auch unterschiedliche Arten von Zuneigung bevorzugen. Indem wir uns mit dem Konzept unseres Ausdrucks von Liebe vertraut machen, können wir unsere eigenen Bedürfnisse besser verstehen und lernen, wie wir die Beziehungen zu unseren Partnern, Familienmitgliedern und Freunden stärken können. Denn manchmal kann man verletzt sein, wenn wir nicht verstehen, dass unser Partner eine ganz andere Liebessprache spricht als wird, da uns in diesen Momenten nicht bewusst ist, dass derjenige seine Liebe ausdrückt.

Im letzten Bereich des Artikels finden Sie eine Übersicht, in der Sie herausfinden können, was Ihre eigene Liebessprache ist. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Erforschen.

Lieben wir alle auf die gleiche Art und Weise?

Die „5 Love Languages“ oder auch die „Fünf Sprachen der Liebe“ sind verschiedene Wege, Liebe auszudrücken und zu empfangen. Diese Liebessprachen umfassen Worte der Anerkennung, gemeinsame Zeit, das Erhalten von Geschenken, Hilfsbereitschaft und körperliche Berührung. Das Konzept wurde von Gary Chapman, in seinem Buch „The 5 Love Languages: The Secret to Love That Lasts“ entwickelt. Er beschreibt diese fünf einzigartigen Kommunikationsstile in Bezug auf Liebe, die er aus seiner langjährigen Erfahrung in der Eheberatung und der linguistischen Forschung ableitet.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht jeder Mensch Liebe auf die gleiche Art und Weise ausdrückt oder empfängt. Menschen haben individuelle Präferenzen, wie sie Liebe erfahren möchten. Indem wir uns bewusst mit den verschiedenen Liebessprachen auseinandersetzen, können wir ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse unseres Partners oder unserer Partnerin entwickeln und somit unsere Beziehungen verbessern.

Viele Therapeuten betonen die Bedeutung der Identifikation der primären Liebessprache sowohl für sich selbst als auch für den Partner. Durch die gezielte Verwendung der bevorzugten Liebessprache kann eine bessere Kommunikation und ein harmonischerer Austausch von Zuneigung und Wertschätzung in der Partnerschaft erreicht werden. Dies fördert nicht nur das Verständnis füreinander, sondern auch das persönliche Wachstum und die Unterstützung innerhalb der Beziehung.

Im Folgenden sollen die fünf von Chapman beschriebenen Liebessprachen näher erläutert werden, um ein umfassendes Verständnis für diese wichtigen Kommunikationsmittel in der Liebe zu vermitteln. Zudem wird bei jeder Liebessprache eine kleine Übersicht zu möglichen Problemen aufgezeigt die auftreten könnten, wenn die Partner weder von sich selbst, noch seinem Gegenüber die Liebessprache kennen und verstehen.

Die 5 Sprachen der Liebe und ihre Erklärung

1. Worte der Anerkennung
Personen mit der Liebessprache der Worte der Anerkennung schätzen verbale Bekundungen von Zuneigung, einschließlich häufiger „Ich liebe dich“-Äußerungen, Komplimente, Worte der Wertschätzung, mündliche Ermutigungen und oft auch regelmäßige digitale Kommunikation und Engagement in sozialen Medien. Der Ausdruck selbst, egal ob schriftlich oder wörtlich spielt hier eine besondere Rolle und lässt denjenigen sich verstanden und geschätzt fühlen.

Mögliche Probleme: Man selbst fühlt sich schnell deprimiert, wenn dieser Ausdruck weniger stattfindet, als man ihn benötigt, was zu Unwohlsein führen kann. Dies wird oft nicht direkt und offen angesprochen wird. Auf der anderen Seite kann der Partner bei Unwissenheit über die Liebessprache als genervt reagieren, wenn sein Partner ständige Liebesbekundungen kund tut und sich bedrängt fühlen, da nicht versteht, dass dies ein Ausdruck der Liebe ist und damit auch teils zurück eingefordert wird.

2. Gemeinsame Zeit
Menschen, deren Liebessprache Qualitätszeit miteinander ist, fühlen sich am meisten geliebt, wenn ihr Partner aktiv Zeit mit ihnen verbringen möchte und immer bereit ist, Zeit gemeinsam zu verbringen. Sie schätzen es besonders, wenn aktives Zuhören, Blickkontakt und volle Präsenz wichtige Merkmale in der Beziehung sind. Diese Zeit wird am meisten geschätzt, wenn sie ohne Ablenkung durch Fernsehen, Handyscreens oder andere äußere Einflüsse stattfindet. Sie haben ein starkes Bedürfnis, aktiv Zeit mit ihrem Partner zu verbringen, sei es durch bedeutungsvolle Gespräche oder gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Mögliche Probleme: Nur weil man selbst dies als sehr wichtig empfindet, muss dies nicht auf Seiten des Partners sein. Dieser schätzt oder benötigt möglicherweise mehr Zeit für sich, was als Ablehnung aufgefasst werden kann. Zudem kann der Partner sich bedrängt oder überfordert fühlen, wenn jeder Moment durchgeplant ist und von einem Treffen direkt zur Planung des nächsten treffen führt.

3. Hilfsbereitschaft
Wenn die Liebessprache Taten der Dienst- und Hilfsbereitschaft ist, schätzen Betroffene es, wenn ihr Partner sich besonders bemüht, um ihr Leben zu erleichtern. Dies kann Dinge wie Suppe bringen, wenn sie krank sind, ihnen morgens den Kaffee zubereiten oder die Wäsche zu reinigen meinen, wenn sie einen anstrengenden Arbeitstag hatten. Hier gilt das Motto „Taten sprechen lauter als Worte“. Im Gegensatz zu denen, die lieber hören, wie sehr sie geschätzt werden, möchten die Menschen auf dieser Liste durch Taten gezeigt bekommen, wie sehr sie wertgeschätzt werden. Das Erledigen kleinerer und größerer Aufgaben, um ihr Leben einfacher oder bequemer zu gestalten, wird von diesen sehr geschätzt.

Mögliche Probleme: Hier kann schnell Streit entstehen, da man sich alleine gelassen fühlt. Ob es der Haushalt oder andere tägliche Aufgaben sind. Es geht nicht darum, dass der Partner alles übernehmen soll, sondern vielmehr das eigenständige erkennen, ohne stetige Nachfrage, ob der Partner einem helfen kann. Andererseits kann der Partner das Gefühl bekommen, dass ihm alles aufgelastet wird und nicht nachvollziehen, dass er etwas positives damit anbietet und sich stattdessen genervt und frustriert fühlen.

4. Geschenke
Die Liebessprache Geschenke ist recht einfach: Betroffene fühlen sich geliebt, wenn ihnen andere „visuelle Symbole der Liebe“, wie es Chapman nennt, schenken. Dabei geht es nicht um den monetären Wert, sondern um die symbolische Bedeutung hinter dem Geschenk. Menschen mit dieser Liebessprache erkennen und schätzen den Prozess des Schenkens: die sorgfältige Überlegung, die bewusste Auswahl des Gegenstands, um die Beziehung zu repräsentieren, und die emotionalen Vorteile des Erhaltens des Geschenks. Es geht also nicht um den eigentliche Geldwert hinter dem Geschenk, sondern darum bedeutungsvolle Dinge zu schenken, die für sie wichtig sind und ihre Werte widerspiegeln.

Mögliche Probleme: Man selbst beginnt immer wieder kleinere Geschenke zu schenken, bekommt dies aber nicht vom Partner zurück. Derjenige kann oft nicht nachvollziehen, wieso das so ist und bringt sich damit in eine Gedankenspirale, dass er nicht gut genug ist oder nicht besonders genug, um Aufmerksamkeiten zu bekommen. Andererseits kann das erhalten von stetigen Geschenken den Partner sich unwohl fühlen lassen, da ihm das zu viel wird und ihn eher wegdrängt und derjenige sich distanziert, damit die Geschenke weniger werden.

5. Körperliche Berührung
Menschen, deren Liebessprache die körperliche Berührung ist, fühlen sich geliebt, wenn sie körperliche Zuneigung zeigen und empfangen, wie Küssen, Händchenhalten, Kuscheln auf dem Sofa und sexuelle Intimität. Körperliche Nähe und Berührung können äußerst bestärkend sein und als starke emotionale Verbindung für Menschen mit dieser Liebessprache dienen. Die Wurzeln reichen bis in die Kindheit zurück, denn einige Menschen haben beispielsweise in der Kindheit nur Zuneigung und Liebe von ihren Eltern gespürt, wenn sie in den Arm genommen oder geküsst wurden.

Mögliche Probleme: Es wäre unnatürlich davon auszugehen, dass jeder Mensch und vor allem jeder feste Partner das gleiche Niveau an Bedürfnissen hinsichtlich der körperlichen Zuneigung zueinander empfinden wie wir selbst. Nichtsdestotrotz können wir uns schnell abgewiesen und verletzt fühlen, wenn unser Partner nicht jedes Küssen oder Händchenhalten erwidert. Andererseits kann es dem Partner zu viel werden, zu schnell gehen oder als zu intensiv empfunden werden, da er sein eigenes Maß an Bedürfnis nach Körperlichkeit und Zärtlichkeit als überschritten empfindet.

Chapman analysierte die Ergebnisse von 10.000 Personen, die 2010 an seinem Online-Quiz teilnahmen, und stellte fest, dass Worte der Bestätigung die beliebteste Liebessprache waren, wenn auch knapp. Im Jahr 2018 analysierte die Dating-App Hinge ihre App und fand heraus, dass die häufigste Liebessprache bei weitem die gemeinsame Zeit war.

Die Relevanz, unserer Liebessprachen – erkennen, verstehen und Konflikte umgehen

Die Konzeption der Liebessprachen ist scheinbar einfach, jedoch kann ihr Verständnis transformative Auswirkungen haben, wenn man sich praktisch damit auseinandersetzt. Dieser Ansatz fördert eine auf Neugier basierende Herangehensweise in Beziehungen, anstatt auf Gedankenlesen zu setzen.

Als Beispiel mögen Sie möglicherweise Worte der Bestätigung, während Ihr Partner besonders viel Wert auf gemeinsame Zeit und körperliche Berührung legt. In dem Bemühen um eine Verbindung schicken Sie ihm den ganzen Tag über liebevolle Nachrichten und sind überzeugt, dass Sie Ihre Zuneigung angemessen ausdrücken. Gleichzeitig fragt sich Ihr Partner möglicherweise, warum Sie kein Interesse daran zeigen, abends gemeinsam auf dem Sofa zu kuscheln, und empfindet möglicherweise Unliebe deswegen. Es wird deutlich, wie leicht es zu Missverständnissen und Wiederstand kommen kann. Indem wir unsere primären und sekundären Vorlieben für Liebessprachen bestimmen, wird es leichter, einander das zu geben, was wir von Natur aus begehren.

Daher finden sie hier einige Ideen und Beispiele, wie sie auf die die jeweilige Liebessprache ihres Partners eingehen könnten:

Worte der Bestätigung: Wählen Sie Ihre Worte sorgfältig, da sie eine immense Bedeutung haben. Positives Feedback sollte überwiegen, und eine wohlwollende Kommunikation wird dadurch gefördert. Wenn Sie positive Aspekte bemerken, zögern Sie nicht, diese anzusprechen und dies häufig zu tun. Vermeiden Sie hingegen nicht konstruktive Kritik, da Worte einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.

Gemeinsame Zeit: Schaffen Sie bewusst Raum in Ihrem Zeitplan für gemeinsame Aktivitäten. Es können schon einfache Unternehmungen wie ein gemeinsamer Spaziergang im Freien sein, begleitet von einem tiefgehenden Gespräch über den vergangenen Tag. Schaffen Sie eine Handy-freie Zone, um die Verbindung zu stärken.

Hilfsbereitschaft: Zeigen Sie Ihre Zuneigung durch außergewöhnliche Handlungen. Es geht hierbei nicht nur um alltägliche Hausarbeiten, sondern darum, dass Menschen verschiedene Interpretationen dieser Liebessprache haben. Erkundigen Sie sich direkt bei Ihrem Partner, welche Gesten für ihn bedeutsam sind. Zeigen Sie Umsicht, indem Sie vorausschauend überlegen, wie Sie ihm das Leben erleichtern können. Diese kleinen Taten summieren sich und können einen entscheidenden Unterschied machen.

Geschenke: Behalten Sie besondere Anlässe im Blick und ehren Sie diese im Kalender. Überraschen Sie Ihren Partner an solchen Tagen mit durchdachten Geschenken. Zusätzliche Wertschätzung erlangen Sie mit spontanen Geschenken, die ohne einen besonderen Anlass überreicht werden. Es können einfache Gesten wie eine selbst gepflückte Blume aus dem Garten oder ein süßer Schlüsselanhänger von einem Lieblingsreiseziel sein. Diese kleinen Aufmerksamkeiten können die Beziehung auf bedeutungsvolle Weise feiern.

Körperliche Berührung: Zärtliche Berührungen und körperliche Zuneigung haben hier eine zentrale Bedeutung. Diese Liebessprache ist erfreulich unkompliziert, einfach zu erfüllen und erfordert keine aufwendigen Planungen, Anstrengungen oder finanziellen Aufwendungen. Es genügt, eine Verbindung herzustellen, indem Sie während eines Films den Arm drücken oder Ihrem Partner auf dem Weg vorbeigehen leicht auf den Rücken klopfen. Einfach und dennoch ausdrucksstark.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Liebessprachen ein nützliches Instrument darstellen, um unsere Kommunikation und gegenseitigen Ausdrucksweisen zu verbessern. Dennoch sollten sie nicht als Allheilmittel für Glück betrachtet werden. Vielmehr dienen sie als Ausgangspunkt, der Paare auf eine Reise schickt, um einander auf einer tieferen Ebene zu verstehen und eine bessere Selbstregulation zu erreichen. Jedoch sollte die Arbeit hier nicht zum Stillstand kommen.

Was ist ihre Liebessprache? – Ein Quiz zum besseren Selbstverständnis.

Um Ihre primäre Liebessprache zu ermitteln, lesen Sie bitte die folgenden Aussagen und markieren Sie diejenigen, die in Ihnen eine starke Resonanz auslösen. Filtern Sie diese Aussagen durch die folgenden Fragen: Wie drücken Sie Liebe aus? Über welche Dinge klagen Sie in einer Beziehung? Welche Bedürfnisse haben Sie im Alltag von Ihrem Partner, die Sie aktiv einfordern oder benötigen?

Die Liebessprache mit den am meisten passenden Aussagen ist Ihre primäre Liebessprache. Falls zwei oder mehr Sprachen an erster Stelle gleichauf liegen (was häufig vorkommt!), nutzen Sie den Prozess der Eliminierung und arbeiten Sie sich die Liste hinunter, bis Sie nur noch ein oder zwei Sprachen übrighaben, von denen Sie sich nicht trennen möchten. Diese verbleibenden Sprachen sind Ihre primären Liebessprachen.

Die Zahlen haben keine eigene Bedeutung in dem Sinne, sie dienen lediglich der Übersicht, sodass Sie ihr Ergebnis schneller einsehen, sollten Sie sich die auf Sie zutreffenden Zahlen der dazugehörigen Antworten notieren.

1. Worte der Bestätigung
1.1 Es bedeutet Ihnen sehr viel, von Ihrem Partner die Worte „Ich liebe dich“ zu hören. Diese drei Worte haben für Sie eine besondere Bedeutung und sind beruhigend. Immer wieder und wieder.
1.2. Sie schätzen es, wenn Sie Anerkennung und Lob erhalten. Es ist schön, dass Ihre Bemühungen mit freundlichen Worten gewürdigt werden, egal wie klein sie auch sein mögen. Es zeigt Ihnen, dass Sie wertgeschätzt werden. Besonders wertvoll ist es, wenn dies überraschend geschieht.
1.3. Die Details sind für Sie wichtig, und es ist bedeutsam, wenn Ihr Partner auf Dinge achtet, wie zum Beispiel, wenn Sie Ihre Frisur geändert haben oder anstatt Ihrer Schlafanzüge für Ihren Zoom-Arbeitsanruf tatsächlich Arbeitskleidung tragen. Es zeigt Ihnen, dass sie aufmerksam sind, was Ihnen hilft, sich geschätzt zu fühlen.
1.4. Sie fühlen sich wertgeschätzt, wenn sich Ihr Partner Zeit nimmt, um nachdenklich auf etwas Positives hinzuweisen, dass sie an Ihnen bemerken.
1.5. Wenn Sie etwas Nettes für Ihren Partner tun, bedanken sie sich mit den Worten „Danke“, was Ihnen das Gefühl gibt, erkannt und bestärkt zu werden.

2. Gemeinsame Zeit
2.1. Sie mögen es, ununterbrochene Zeit mit Ihrem Partner zu verbringen. Es ist für Sie entscheidend, genügend Zeit miteinander zu verbringen und sich dabei voll und ganz aufeinander konzentrieren zu können. Bitte keine Ablenkungen.
2.2. Es ist für Sie bedeutsam, wenn Ihr Partner Zeit für Sie schafft, Sie in seinem/ihrem Zeitplan priorisiert und Pläne nicht absagt.
2.3. Das Schaffen von Erinnerungen und besonderen Momenten zusammen ist äußerst wichtig für Sie. Das Teilen neuer Erfahrungen bedeutet Ihnen die Welt.
2.4. Zeit ist kostbar, und es ist für Sie von Bedeutung, jede Sekunde Ihrer gemeinsamen Zeit voll auszukosten.
2.5. Sie fühlen sich zufrieden und glücklich, wenn Sie in der Nähe Ihres Partners sind, auch wenn Sie eigentlich nichts Besonderes tun. Das Wichtige ist, dass Sie gemeinsam fokussierte Zeit verbringen.

3. Hilfsbereitschaft
3.1. Sie fühlen sich umsorgt, wenn Ihr Partner Sie unterstützt und Ihre Verantwortlichkeiten erleichtert, indem er kleine Aufgaben oder Erledigungen für Sie übernimmt.
3.2. Es bedeutet Ihnen viel, wenn jemand ein Versprechen einhält, insbesondere wenn er aufmerksam war und eingesprungen ist, um zu helfen. Wenn dies geschieht, vertrauen Sie darauf, dass Ihr Partner auf die kleinen Details achtet.
3.3. Für Sie sind Worte nur leere Versprechungen; Handeln zählt alles. Sie brauchen jemanden, auf den Sie sich verlassen können. Zeigen Sie es, statt nur darüber zu sprechen.
3.4. Sie lieben es, wenn Ihr Partner einspringt und Ihnen kleine Dinge abnimmt, um Ihnen das Leben zu erleichtern.
3.5. Wenn Sie gestresst oder müde sind, wäre es schön, wenn Ihr Partner dies als Chance sieht, sich einzubringen und Ihre Belastung zu verringern, indem er Ihnen etwas abnimmt, das für ihn leicht zu erledigen ist. Diese kleine Geste lässt Sie sich umsorgt fühlen.

4. Geschenke
4.1. Sie fühlen sich geliebt, wenn Sie ein Geschenk erhalten. Das Geschenk selbst ist schön, aber es ist vor allem die dahinterstehende Absicht, die zählt: Das Geschenk wird zu einem Objekt, das Ihnen hilft, sich daran zu erinnern, dass jemand an Sie gedacht hat, und das erfüllt Sie mit Liebe.
4.2. Nach einem Date oder einer Reise ist es besonders schön, ein Andenken mit nach Hause zu nehmen. Wenn Sie den Gegenstand sehen, erinnert er Sie an diese sentimentalen Momente.
4.3. Die besten Geschenke sind diejenigen, die eine Bedeutung haben. Wenn es ein Überraschungsgeschenk ist, umso besser. Es stärkt die Bindung und schafft eine tiefere Verbindung für Sie.
4.4. An Feiertagen, Geburtstagen oder Jubiläen möchten Sie dies mit einem Geschenk irgendwelcher Art würdigen. Diese Tage sind besonders wichtig für Sie, und Sie nutzen sie gerne als Erinnerung an Ihr Engagement.
4.5. Die Geste, ein Geschenk zu erhalten, zeigt Ihnen, dass man Sie sieht, sich um Sie kümmert und Sie wertschätzt. Sie gedeihen wirklich auf der Fürsorglichkeit hinter der Geste und schätzen nostalgische Gegenstände.

5. Körperliche Berührung
5.1. Sie freuen sich auf Umarmungen, Kuscheln und Küssen. Nichts übertrifft taktile, körperliche Intimität.
5.2. Sie fühlen sich in einer Beziehung verwurzelt, wenn physische Zuneigung zugänglich und häufig gepflegt wird. Händchenhalten, lange Umarmungen und Küsse sind häufige und willkommene Ereignisse.
5.3. Sie sind für öffentliche Zärtlichkeiten zu haben. Es hilft Ihnen, sich gewollt und begehrt zu fühlen.
5.4. Wenn Ihr Partner neben Ihnen sitzt, setzen Sie sich lieber seitlich nebeneinander und kuscheln sich an. Je näher, desto besser. Wenn sie in der Nähe sind, ist es fast automatisch, dass Sie ihre Beine berühren, mit ihrem Haar spielen oder ihnen eine Rückenmassage geben.
5.5 Sexuelle Intimität lässt Sie sich geliebt fühlen und bringt Sie Ihrem Partner näher.

Narzisstische Persönlichkeitsstörung verstehen – Eine Übersicht für Betroffene und Angehörige

Kurzübersicht: Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Die Narzisstische Persönlichkeitsstörung, kurz NPS, ist durch ein stark ausgeprägtes Muster von Selbstüberschätzung, dem Bedürfnis nach Bewunderung und einem Mangel an Einfühlungsvermögen für andere gekennzeichnet. Die Diagnose wird anhand bestimmter klinischer Merkmale gestellt. Die Behandlung erfolgt durch psychodynamische Psychotherapie, die darauf abzielt, die psychischen Ursachen der Störung zu verstehen und zu bewältigen.

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung haben Schwierigkeiten, ihr Selbstwertgefühl angemessen zu regulieren, und sehnen sich nach Lob und Anerkennung von anderen. Sie neigen auch dazu, andere Menschen herabzusetzen, um ihr Gefühl der Überlegenheit aufrechtzuerhalten.

Die Störung tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf. Zudem geht sie oft mit anderen psychischen Störungen einher. Die Patienten können auch an Depressionen, Substanzmissbrauch (insbesondere Kokain) oder anderen Persönlichkeitsstörungen (wie Borderline oder paranoide Persönlichkeitsstörung) leiden.

Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser

Bis jetzt wurde nur begrenzt über die biologischen Faktoren geforscht, die zur Entstehung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung führen, obwohl es Hinweise darauf gibt, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen könnte. Es wird vermutet, dass die Störung teilweise vererbt werden kann.

Einige Theorien legen nahe, dass die Art und Weise, wie Betreuungspersonen ein Kind behandeln, eine Rolle bei der Entwicklung dieser Störung spielen kann. Zum Beispiel könnten übermäßige Kritik oder übertriebenes Lob, Bewunderung oder Verhätscheln des Kindes dazu beitragen.

Einige Menschen mit dieser Erkrankung haben besondere Talente oder Fähigkeiten und sie gewöhnen sich daran, dass ihr Selbstwertgefühl stark von der Bewunderung und Wertschätzung anderer abhängt. Diese Anerkennung und Bewunderung kann ihr Selbstbild beeinflussen und dazu führen, dass sie sich überlegen fühlen.

Symptome und Anzeichen von NPS

Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung neigen dazu, sich selbst zu überschätzen und ihre Erfolge zu übertreiben. Sie glauben, dass sie überlegen, einzigartig oder besonders sind und betrachten sich oft als wichtiger als andere.

Diese Personen beschäftigen sich oft mit Tagträumen von großen Erfolgen und möchten bewundert werden für ihre vermeintliche Intelligenz, Schönheit, Prestige oder Einfluss. Sie neigen dazu, sich nur mit Menschen umgeben zu wollen, die ebenfalls als außergewöhnlich angesehen werden, und ignorieren oder unterschätzen die Bedeutung und Leistungen anderer.

Das Selbstwertgefühl von Menschen mit narzisstischer Störung hängt stark von der Bewunderung und positiven Bewertung anderer ab, was es sehr instabil macht. Sie sind oft besessen davon, was andere von ihnen denken, und bewerten ihren eigenen Wert danach, wie gut sie in den Augen anderer abschneiden. Kritik oder Misserfolge können sie tief verunsichern und führen zu Gefühlen von Demütigung und Niederlage.

In Reaktion auf solche Situationen können sie mit Wut, Verachtung oder Boshaftigkeit reagieren. Oder sie ziehen sich zurück und geben nach außen hin vor, dass ihnen Kritik oder Misserfolge nichts ausmachen, um ihr Gefühl der eigenen Wichtigkeit zu schützen. Manchmal meiden sie auch Situationen, in denen sie versagen könnten, um ihr Selbstbild aufrechtzuerhalten.

Diagnose: Narzisstische Persönlichkeitsstörung

Um die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu stellen, werden bestimmte klinische Kriterien im „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5)“ verwendet.

Für die Diagnose müssen die Patienten ein anhaltendes Muster von Verhaltensweisen aufweisen, die sich durch Grandiosität (übertriebene Selbstbewertung), das Verlangen nach Bewunderung und mangelndes Mitgefühl für andere auszeichnen. Um die Diagnose zu bestätigen, müssen sie mindestens fünf der folgenden Merkmale zeigen:

1. Ein übertriebenes und unbegründetes Gefühl der eigenen Wichtigkeit und Talente (Grandiosität).
2. Das Beschäftigen mit Phantasien von großen Erfolgen, Macht, Schönheit oder perfekter Liebe.
3. Der Glaube, dass sie etwas Besonderes und Einzigartiges sind und sich nur mit Menschen auf höchstem Niveau umgeben sollten.
4. Das Verlangen, bedingungslos bewundert zu werden.
5. Ein starkes Gefühl des Anspruchs, dass sie besondere Behandlung verdienen.
6. Die Ausnutzung anderer, um ihre eigenen Ziele zu erreichen, ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer.
7. Ein Mangel an Empathie und wenig Verständnis für die Gefühle und Bedürfnisse anderer.
8. Neid auf andere und der Glaube, dass andere sie beneiden.
9. Überheblichkeit und ein hochmütiges Verhalten gegenüber anderen.

Für die Diagnose ist es auch wichtig, dass die Symptome im frühen Erwachsenenalter begonnen haben.

Die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung basiert auf einer umfassenden Bewertung der Verhaltensweisen und Einstellungen einer Person, die nur von einem qualifizierten Facharzt durchgeführt werden sollte. Dennoch kommt es leider manchmal zu einer Differenzialdiagnose, da sich die Symptomen und Verhaltensmustern mit denen der Bipolaren Störung, so wie der antisozialen Persönlichkeitsstörung leicht überschneiden.

Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Behandlung der narzisstischen Persönlichkeitsstörung werden verschiedene Therapieansätze eingesetzt.

Ein wirksamer Ansatz ist die psychodynamische Psychotherapie, die sich auf die zugrunde liegenden Konflikte im Inneren des Patienten konzentriert. Dabei können spezielle Therapieformen, die ursprünglich für die Behandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung entwickelt wurden, auch bei Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung angepasst werden. Solch eine Therapieform ist beispielsweise die Übertragungs-fokussierte Psychotherapie. Dieser Ansatz setzt den Fokus darauf, wie die Patienten sich selbst und andere emotional wahrnehmen und erleben.

Eine weitere mögliche Behandlungsmethode ist die kognitive Verhaltenstherapie. Diese kann bei Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung wirksam sein, da sie dabei unterstützt, das eigene Verhalten besser zu kontrollieren und das Bedürfnis nach Lob zu verstehen. Allerdings empfinden einige Patienten mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung manualisierte kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze als zu einfach oder allgemein und bevorzugen eine individuellere Therapie.

Die Wahl der geeigneten Therapie hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Situation des Patienten ab. Die Behandlung sollte immer in Absprache mit einem qualifizierten Therapeuten erfolgen, der die spezifischen Herausforderungen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung berücksichtigen kann.

Abschließende Worte

Im vorgestellten Blogartikel erhalten Sie umfassende Informationen über die narzisstische Persönlichkeitsstörung, einschließlich Erklärungen und Definitionen. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose bietet, und es gibt noch detailliertere Informationen zu diesem Thema. Beispielsweise wurde hier nicht näher auf die Auswirkungen der Familie oder Partner von Betroffenen näher eingegangen, da dies ein sehr umfassender Themenbereich ist. Die bereitgestellten Informationen sollen Ihnen lediglich ein grundlegendes Verständnis für das Thema vermitteln.

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist eine komplexe psychische Erkrankung, die sich bei jedem Menschen unterschiedlich äußern kann. Die Symptome und Erfahrungen können individuell variieren. Es ist wichtig zu wissen, dass Selbsthilfe allein möglicherweise nicht ausreichend ist, um die narzisstische Persönlichkeitsstörung angemessen zu behandeln. Aus diesem Grund wird empfohlen, sich bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen und einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt zu konsultieren. Wenn Sie Unterstützung benötigen, stehe ich Ihnen gerne zur Seite.

Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen dabei helfen, Ihre individuelle Situation zu bewerten, eine genaue Diagnose zu stellen und eine angemessene Behandlungsstrategie für die narzisstische Persönlichkeitsstörung zu entwickeln. Da diese Störung erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben haben kann, ist es wichtig, dass Sie die richtige Unterstützung erhalten, um angemessen damit umzugehen.

Überwindung der Vergangenheit – Die Komplexität eines Traumas

Wiederherstellung von Sicherheit nach traumatischen Erlebnissen

Viele Menschen, die ein traumatisches Lebensereignis (üb-)erlebt haben, möchten einfach nur die Erfahrung vergessen und hoffen, dass das Vergessen gleichbedeutend mit Überwindung ist. Es ist jedoch nicht möglich, entscheidende Lebenserfahrungen zu löschen oder sie tatsächlich einfach zu vergessen. Der menschliche Geist und Körper erinnern sich und verlangen nach Heilung. Die Heilung von den Wunden, die durch ein traumatisches Erlebnis zugefügt wurden, erfordert Zeit, Ausdauer und Glauben – den Glauben, dass man heilen wird, dass das Leben nicht immer so schmerzhaft sein wird und dass das Trauma nicht immer die eigene Identität bestimmen wird.

Wenn man ein traumatisches Erlebnis nicht einfach vergessen kann, wie heilt man dann? Der Prozess des Wachsens durch ein traumatisches Ereignis kann in drei quasi-lineare Stadien oder Phasen unterteilt werden (als Beispiel hierfür empfehle ich Ihnen das Werk von Judith Herman, für eine detaillierte Übersicht der Heilungsphasen). Menschen durchlaufen jede dieser Phasen auf ihrer Heilungsreise individuell, sodass auch das Tempo dieser entsprechend variiert. Auch wenn Sie mögliche vor- und zurück Bewegungen zwischen den Phasen erleben, ist dies ein Fortschritt. Dieses „Wiederbesuchen“ vergangener Phasen ist kein Rückschritt, sondern vielmehr ein integraler Bestandteil des Heilungsprozesses.

Der Beginn bezieht sich auf die Erkundung und Herstellung von Sicherheit, sowohl auf die Sicherheit in der Umgebung, als auch auf die Sicherheit in sich selbst. Diese erste Aufgabe der Heilung kann Tage, Wochen oder sogar Jahre dauern, bis sie fest etabliert ist. Die benötigte Zeit hängt sowohl von der Person ab, als auch davon, wie chronisch das traumatische Ereignis war. Im Allgemeinen dauert es umso länger, je länger jemand dem Trauma ausgesetzt war, um wieder ein Gefühl der Sicherheit zu entwickeln.
Insbesondere für Patienten die ein Trauma überlebten kann dies eine schwierige Phase sein, da möglicherweise eine dramatische Veränderung des Lebensstils des Überlebenden erforderlich ist.

ETABLIERUNG EXTERNER SICHERHEIT

Die Sicherheit in der eigenen Umgebung basiert auf einer sicheren Wohnsituation, die häufig mit ausreichender finanzieller Stabilität verbunden ist. Daher gehört eine der psychologischen Aufgaben der ersten Phase der Heilung dazu, ein ausreichendes emotionales Gleichgewicht zu entwickeln, um eine stabile, konsistente und produktive Beschäftigung zu gewährleisten. Sobald diese sichere Wohnsituation geschaffen ist, kann der Betroffene beginnen, seine Fähigkeiten zu verbessern, um sich in der Welt zurechtzufinden. Für manche Menschen umfasst dies die Wiedererlangung des Vertrauens in ihre Fähigkeit, sich in der Gesellschaft zu bewegen (z. B. Autofahren, den Bus nehmen, auf der Straße gehen oder mit Fremden in Geschäften interagieren).

Bei anderen muss das Vertrauen gestärkt werden, indem sie in der Lage sind, das potenzielle Gefahrenpotenzial einer anderen Person oder Situation einzuschätzen. Obwohl es nicht möglich ist, das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren, ist es möglich, die Warnsignale für Gefahr zu erkennen und zu interpretieren. Das Erlernen, wie man Gefahrensignale erkennt, erhöht die verbale und körperliche Selbstverteidigungsfähigkeit. Die Entwicklung und Anwendung von Selbstschutzfähigkeiten erfordert die Fähigkeit, dem eigenen Standpunkt zu vertrauen, unabhängiges Urteilsvermögen auszuüben und Initiative sowie Handlungen zu ergreifen. Daher ist das Wachstum dieser Fähigkeiten und das Erlangen dieses Wissens eine zentrale Aufgabe in der ersten Phase der Heilung.

Der letzte Aspekt der Sicherheitsentwicklung in der eigenen Umgebung liegt in einem sicheren und unterstützenden sozialen Netzwerk. Ein sicheres soziales Unterstützungsnetzwerk bedeutet, dass eine Person eine Gruppe von Menschen hat, die Schutz, emotionale Unterstützung oder praktische Hilfe bieten können, wenn Lebensbelastungen auftreten. Die Schaffung eines solchen Netzwerks erfordert das Erlernen, wie man gesunde Beziehungen aufbaut und aufrechterhält, und erfordert, sich von Personen zu distanzieren oder zu meiden, die potenzielle Gefahren darstellen. Dies gilt insbesondere für Personen von traumatischen Ereignissen, die durch das Verhalten anderer Menschen verursacht wurden. Wenn jemand durch das Verhalten einer anderen Person traumatisiert wurde, ist es von entscheidender Bedeutung, das fortbestehende Bedrohungspotenzial, das Risiko einer erneuten Viktimisierung oder Rache einzuschätzen und angemessene Vorsichtsmaßnahmen und Schutzmaßnahmen zu entwickeln.

ETABLIERUNG INNERER SICHERHEIT

Mit zunehmender Sicherheit der Umgebung ist es möglich, sich nach innen zu wenden und die Fähigkeiten zu entwickeln, die zur Etablierung der innerer Sicherheit führen. Dabei umfasst die Schaffung von Sicherheit in sich selbst sowohl physische als auch emotionale Aspekte. Durch die Fokussierung auf die körperliche Gesundheit, indem man sich um mögliche Beschwerden kümmert, gesundheitsbewusst isst, regelmäßig Sport treibt und ausreichend schläft, wird eine Grundlage für ein ausgeglichenes inneres Leben gelegt. Auf diesem Fundament bauen die Fähigkeiten im Umgang mit Emotionen auf.

Wenn jemand Emotionen durch selbst schädigendes Verhalten wie sich Schneiden, Verbrennen oder Substanzmissbrauch zu vermeiden oder zu reduzieren versucht, müssen weniger schädliche Verhaltensweisen entwickelt werden, um das selbst schädigende Verhalten systematisch zu ersetzen und zu beenden. Einige Menschen versuchen, belastende Emotionen zu vermeiden oder zu reduzieren, indem sie ihre Gefühle über- oder unteranerkennen (z. B. eine Emotion übertrieben darstellen, um ernst genommen zu werden, oder alle Emotionen blockieren). Daher wird das Erlernen, wie man seine Emotionen erlebt, ohne ihnen zu entfliehen oder sie zu übersteigern, zu einem entscheidenden Aspekt der Heilung. Genau wie die Entwicklung von Sicherheit in der äußeren Welt das Erlernen oder Wiedererlernen einer Reihe von Fähigkeiten erfordert, gilt dies auch für das Management der inneren Welt.

DIE ANZEICHEN DES FORTSCHRITTS

Da ein Gefühl der Sicherheit eng mit Vertrauensfragen – dem Vertrauen in andere und sich selbst – verbunden ist, verläuft das Wachstum in dieser ersten Phase oft allmählich und kann eine zögerliche, stop-and-go-Qualität aufweisen. Der Betroffene wird erkennen, dass er diese erste Phase durchlaufen hat, wenn:

– Derjenige sich nicht mehr völlig verwundbar fühlt.
– Derjenige ein gewisses Maß an Vertrauen in die eigenen Selbstschutzfähigkeiten entwickelt hat.
– Derjenige in der Lage ist, emotionale Reaktionen auf Lebensereignisse und Traumaauslöser/Trigger auf gesunde und nicht schädigende Weise zu bewältigen.
– Derjenige weiß, auf wen er sich für Sicherheit und Unterstützung verlassen kann.

Obwohl es eine gewisse Zeit dauern kann, um die Aufgaben dieser Phase zu bewältigen, verlassen die Menschen letztendlich diese Phase und führen ein gesünderes, ausgeglicheneres und glücklicheres Leben. Wenn man sich auf den Heilungsweg begibt, wird man feststellen, dass dieser Weg sowohl schwierige Abschnitte als auch erfrischende Momente hat. Das Wichtigste ist, dass man erkennt, dass es möglich ist.

Rekonstruktion des Traumas: Erinnerung und Bedeutungssuche

Nachdem physische und emotionale Sicherheit hergestellt wurden, ist es möglich, sich an ein traumatisches Ereignis zu erinnern und zu trauern. In anderen Worten, es wird möglich, sich mit der Traumageschichte differenziert auseinanderzusetzen.

Die Erinnerung an das Trauma beginnt damit, das Ereignis in den eignen symbolischen Lebensverlauf einzufügen. Das Ereignis wird nicht länger unter den Teppich gekehrt oder als das bestimmende Lebenserlebnis betrachtet. Stattdessen erhält das traumatische Ereignis einen zeitlichen und räumlichen Platz im Leben. Es ist wichtig, das Leben vor dem traumatischen Ereignis zu reflektieren, die Umstände zu analysieren und zu verstehen, was zum traumatischen Ereignis geführt hat, und das Leben nach dem Ereignis wieder zu betrachten. Auch das Erinnern an die Reaktionen signifikanter anderer Personen, einschließlich derjenigen Reaktionen und Erfahrungen, die verletzend oder sogar retraumatisierend waren, ist notwendig. Diese sekundären Verletzungserfahrungen werden anerkannt, betrauert und durchgearbeitet. Durch diese Arbeit kann die persönliche Bedeutung des Traumas ans Licht kommen und von uns verstanden/bearbeitet werden.

Nachdem diese narrative Zeitlinie oder Skizze des Lebens erstellt wurde, besteht der nächste Schritt darin, das traumatische Ereignis zu rekonstruieren: die Trauma-Memory von einem erstarrten Moment des Schreckens in eine Erinnerung umzuwandeln, die Worte hat, ein Zeitgefühl vermittelt und Ihre Gefühle und Interpretationen des Ereignisses offenbart. Bei der Rekonstruktion des Ereignisses werden alle Erinnerungen genutzt, egal wie fragmentiert, detailliert oder scheinbar zufällig sie sind. Als Betroffener arbeiten Sie mit jeder Erinnerung, die Ihnen zur Verfügung steht.

Der wichtige Prozess der emotionalen Heilung: Die Bedeutung des behutsamen Vorgehens

Dieser Prozess erfolgt Stück für Stück. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass das Arbeitstempo nicht zu einem Gefühl der Machtlosigkeit oder zu einer Abwärtsspirale führt. Ein kompetenter Therapeut arbeitet mit Ihnen zusammen, um das beste Arbeitstempo festzulegen und Ihnen Mitspracherecht zu gewähren, sodass Sie mehr an Kontrolle gewinnen können. Das letztendliche Ergebnis für die meisten Leidenden besteht darin, dass ihre Traumageschichte nicht mehr von Demütigung und Scham geprägt ist, sondern von Tugendhaftigkeit und Würde.

Sobald das traumatische Ereignis erinnert und die Erinnerung klar deklariert und definiert wurde, muss getrauert werden. Eine emotionale Verbindung herzustellen, ist ein grundlegender Teil des Trauerprozesses. Das Eingehen auf die eigenen Emotionen kann beängstigend sein. Ein Teil dieser Angst entsteht, weil beispielsweise die Anerkennung des Verlorenen den Verlust bestätigt und Sie dazu auffordert, das neue Ich anzunehmen. Diese Arbeit kann endlos erscheinen, aber diese Phase der Heilung sollte weder übersprungen noch überstürzt werden.

Die Dauer dieser Phase ist bei jedem Individuum unterschiedlich. Die Psychiaterin Judith Herman schreibt, dass Betroffene wissen werden, dass sie dem Ende der Phase nahe sind, wenn:

„es dem Überlebenden in den Sinn kommt, dass das Trauma vielleicht nicht der wichtigste oder sogar interessanteste Teil seiner Lebensgeschichte ist… [er oder sie] nimmt seine eigene Geschichte zurück und verspürt erneuerte Hoffnung und Energie für eine aktive Teilnahme am Leben. Die Zeit beginnt wieder zu fließen… Die traumatische Erfahrung gehört endgültig der Vergangenheit an. An diesem Punkt steht der Überlebende vor der Aufgabe, sein gegenwärtiges Leben wieder aufzubauen und seine Ziele für die Zukunft zu verfolgen.“

Judith Herman

Diese emotionale Arbeit sollte nicht ohne die Anleitung eines qualifizierten Therapeuten durchgeführt werden, der Ihnen bei Ihrer Heilung zur Seite steht. Schon wie in vorherigen Artikeln möchte ich hier kurz nochmals betonen, dass die hier enthaltene Information als Aufklärung dienen und keine individuelle Therapie ersetzten können oder sollen.

Der Weg zur Selbstentfaltung und erfüllenden Beziehungen nach einem Trauma

Nachdem Sie die ersten beiden Phasen der Heilung durchlaufen haben, haben Sie die Möglichkeit, sich intensiver damit zu beschäftigen, ein Leben zu erschaffen, dass Sie sich wünschen, und eine Zukunft anzustreben, die Sie auch anstreben möchten. Die Fesseln der traumatischen Erfahrung beginnen abzufallen und Sie betreten einen Raum, in dem Sie ihr Leben nach Ihren eigenen Bedingungen definieren können.

Im Zentrum dieser Arbeit steht die Wiederentdeckung alter Beziehungen oder die Schaffung neuer Beziehungen, sei es familiäre Bindungen (entweder mit der biologischen Familie oder einer selbstgewählten Familie), Freundschaften, Bekanntschaften, berufliche Beziehungen und nicht zuletzt auch romantische Beziehungen. Durch die geleistete Heilungsarbeit wird der Betroffene bereit, wieder zu vertrauen und sich selbst zu lieben, sowie die Liebe anderer anzunehmen. Das Leiden anderer Personen wirkt nicht mehr überwältigend und triggert nicht mehr die eigene traumatische Erinnerung. Der Betroffene kann sich mit anderen verbinden, die Schmerzen haben; er kann die Unvollkommenheiten der Menschheit akzeptieren und auf andere zugehen. Menschen und Beziehungen sind keine Quellen mehr von Furcht oder Angst.

Auch das Selbstbild hat sich durch die vorherigen Phasen transformiert, sodass man damit beginnen kann sich selbst zu schätzen und zu pflegen. Wie ein Schmetterling, der verschiedene Entwicklungsstadien durchläuft, wird man sich während des Heilungsprozesses Entwickeln und Verwandelt. So wird es dem Betroffenen möglich, sich selbst mit Liebe zu betrachten und nicht länger nur als Opfer. Es wurde geschafft, sich über eine oder mehrere traumatische Erfahrungen hinwegzubewegen und sie zu durchleben. Es entsteht ein tiefes, unerschütterliches Wissen, dass man trotz der traumatischen Erfahrungen gewachsen ist.

Man ist nun in der Lage, sich intensiver mit Bedeutung und Zweck auseinanderzusetzen, da man durch die Heilungsphasen des Traumas gegangen ist. Es wird damit begonnen den vitalen Prozess, Bedeutung und Zweck im eigenen Leben zu entwickeln oder wiederherzustellen. Es gilt dabei zu beachten, dass es viele Möglichkeiten gibt, Bedeutung und Zweck zu schaffen (zum Beispiel sich für eine Sache einzusetzen, ehrenamtlich tätig zu sein, einem Hobby oder einer Leidenschaft nachzugehen etc.).

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte Sie gut über das Thema Trauma und dem Umgang damit informieren. Sollten Sie betroffen sein, oder jemanden kennen der Unterstützung benötigt, dann können Sie sich selbstverständlich an mich wenden. Gerne helfe ich Ihnen.

Borderline-Persönlichkeitsstörung verstehen – Eine Übersicht für Betroffene und Angehörige

Kurzübersicht: Borderline-Persönlichkeitsstörung (F 60.31)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine psychische Erkrankung, bei der Menschen große Schwierigkeiten haben, stabile Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Sie fühlen sich oft unsicher über ihr eigenes Selbstbild, haben extreme Stimmungsschwankungen und handeln impulsiv. Die Diagnose wird anhand bestimmter Merkmale gestellt und die Behandlung umfasst in der Regel Gesprächstherapie und Medikamente.

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung fühlen sich oft unwohl, wenn sie allein sind. Sie tun alles Mögliche, um den Verlust von Beziehungen zu vermeiden und geraten oft in Krisen, zum Beispiel durch Andeutungen von Selbstverletzung oder Suizid. Dadurch versuchen sie, die Aufmerksamkeit und Hilfe anderer Menschen zu bekommen.

Es wird geschätzt, dass etwa 1,6% bis zu 5,9% der Menschen in den USA von Borderline-Persönlichkeitsstörung betroffen sind. Bei Menschen, die wegen psychischer Probleme stationär behandelt werden, ist die Rate mit etwa 20% deutlich höher. Dabei sind Frauen in den USA häufiger von BPS betroffen. Etwa 75% der Menschen mit dieser Erkrankung sind weiblich, obwohl das Geschlechterverhältnis in der Gesamtbevölkerung mit 1:1 ausgeglichen ist.

Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser

Schwierige Erfahrungen in der frühen Kindheit können das Risiko einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erhöhen. Es ist häufig zu beobachten, dass Menschen mit BPS eine Kindheit mit körperlichem oder sexuellem Missbrauch, Vernachlässigung, Trennung von Bezugspersonen oder dem Verlust eines Elternteils erlebt haben.

Manche Menschen haben auch aufgrund ihrer genetischen Veranlagung eine erhöhte Anfälligkeit für psychische Belastungen im Leben, und es scheint, dass BPS eine vererbte Komponente hat. Bei direkten Verwandten von Personen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung ist das Risiko, die Störung ebenfalls zu entwickeln, etwa fünfmal höher als in der allgemeinen Bevölkerung.

Auch Probleme in den Regulationsfunktionen des Gehirns und im Neuropeptid-System können ebenso dazu beitragen, jedoch haben nicht alle Menschen mit BPS diese Dysfunktion.

Symptome und Anzeichen von BPS

Wenn Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung das Gefühl haben, dass sie aufgegeben oder vernachlässigt werden, reagieren sie oft mit intensiver Angst oder Wut. Selbst kleine Dinge wie eine Verspätung oder eine abgesagte Verabredung können Panik oder Wut in ihnen auslösen. Betroffene denken, dass diese Abweisung bedeutet, dass sie schlecht oder nicht gut genug sind, und haben große Angst davor, allein gelassen zu werden.

Borderliner neigen dazu, ihre Meinung über andere Menschen abrupt und drastisch zu ändern. Am Anfang einer Beziehung idealisieren sie ihren Partner und möchten viel Zeit mit ihnen verbringen und alles teilen. Dennoch können sie plötzlich das Gefühl haben, dass die Person ihnen nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, und sie werden desillusioniert. Dann fühlen sie sich minderwertig oder werden wütend auf die Person. Dieses Hin und Her zwischen Idealisierung und Abwertung spiegelt ihr Schwarz-Weiß-Denken wider.

Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung können Mitgefühl für andere empfinden und sich um sie kümmern, aber meist nur dann, wenn sie das Gefühl haben, dass die andere Person immer für sie da sein wird.

Sie haben Schwierigkeiten, ihre Wut zu kontrollieren und können unangemessen und intensiv wütend werden. Sie äußern ihre Wut oft mit sarkastischen Bemerkungen, Bitterkeit oder wütenden Ausbrüchen, insbesondere gegenüber ihren Betreuern oder Partnern, wenn sie sich vernachlässigt oder verlassen fühlen. Nach solch einem Ausbruch fühlen sich die Betroffenen oft beschämt und schuldig, was ihr negatives Selbstbild verstärkt.

Menschen mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung können ihr Selbstbild plötzlich und dramatisch verändern. Das bedeutet, dass sie ihre Ziele, Werte, Meinungen, Karrieren oder Freunde schnell wechseln können. Obwohl sie sich in der Regel selbst als schlecht betrachten, fühlen sie manchmal, dass sie überhaupt nicht existieren, besonders wenn sie niemanden haben, der sich um sie kümmert. Dadurch entsteht dann ein Gefühl der inneren Leere.

Die Stimmungsschwankungen, wie intensive Traurigkeit, Reizbarkeit und Angst, halten normalerweise nur einige Stunden oder selten mehrere Tage an.

Menschen mit BPS neigen dazu, sich selbst zu sabotieren, wenn sie kurz davorstehen, ein Ziel zu erreichen. Zum Beispiel können sie kurz vor dem Abschluss der Schule scheitern oder eine vielversprechende Beziehung zerstören.

Impulsivität, die zu selbst verletzendem Verhalten führt, ist weit verbreitet bei BPS. Des Weiteren sind riskante Verhaltensarten wie Glücksspiel, ungeschützter Sex, Essstörungen, rücksichtsloses Fahren, Drogenmissbrauch oder übermäßiges Geldausgeben nicht unüblich.

Diagnose: Borderline-Persönlichkeitsstörung

Für die Diagnose von BPS werden bestimmte Kriterien verwendet. Diese Kriterien werden im sogenannten Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) festgelegt.

Um die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung zu stellen, müssen die Patienten ein anhaltendes Muster von instabilen Beziehungen, Selbstbildern und Emotionen aufweisen, sowie eine ausgeprägte Impulsivität zeigen. Zudem müssen mindestens fünf der folgenden Merkmale vorhanden sein:

– Verzweifelte Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden (egal ob tatsächlich oder empfunden).
– Instabile, intensive Beziehungen, bei denen die Meinung über eine Person zwischen Idealisierung und Abwertung wechselt.
– Ein instabiles Selbstbild oder Selbstwertgefühl.
– Impulsives Verhalten in mindestens zwei Bereichen, das ihnen schaden könnte (z.B. riskanter Sex, Fressattacken, rücksichtsloses Fahren).
– Wiederholtes suizidales Verhalten, Selbstverletzung oder Androhung von Selbstverletzung.
– Schnelle Stimmungswechsel, die normalerweise nur wenige Stunden oder selten länger als einige Tage dauern.
– Anhaltendes Gefühl der Leere.
– Schwierigkeiten, Wut angemessen zu kontrollieren oder unangemessen intensive Wutausbrüche.
– Vorübergehende paranoide Gedanken oder schwere dissoziative Symptome, die durch Stress ausgelöst werden.

Außerdem müssen die Symptome im frühen Erwachsenenalter begonnen haben, obwohl sie sich manchmal bereits in der Pubertät zeigen können.

Da viele psychische Krankheiten von den Symptomen her etwas verschwimmen können, wird BPS leider auch manchmal fehldiagnostiziert. Die meisten Verwechslungen entstehen zwischen BPS und der bipolaren Störung, depressiven Störungen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung. Zudem ist es so, dass BPS unterschiedlich stark auftreten kann, sodass es nicht direkt offensichtlich ist, ähnlich wie bei Depressionen, welche sich in leichte, mittlere und schwere Depressionen unterteilen.

Behandlungsmöglichkeiten

Im Allgemeinen gibt es ähnliche Behandlungsansätze für die meisten Persönlichkeitsstörungen, einschließlich der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Zwei wirksame Behandlungswege sind verschiedene Therapieformen und die begleitende Anwendung von Medikamenten.

Therapie

Eine der wichtigsten Behandlungsmethoden für Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist die Psychotherapie.

Es gibt verschiedene Arten von Psychotherapie, die helfen können, selbstschädigendes Verhalten zu reduzieren, Depressionen zu lindern und die Funktionsfähigkeit bei dieser Erkrankung zu verbessern.

Eine der häufig verwendeten Therapieformen ist die kognitive Verhaltenstherapie. Sie konzentriert sich darauf, emotionale Schwierigkeiten zu bewältigen und soziale Fähigkeiten zu verbessern. Ein spezielles Behandlungsprogramm, das als „Dialektische Verhaltenstherapie“ bezeichnet wird, kombiniert Einzel- und Gruppensitzungen. Die Therapeuten fungieren als Verhaltenstrainer und sind rund um die Uhr erreichbar, um Unterstützung zu bieten.

Ein weiteres Behandlungsprogramm namens „Systemschulung für emotionale Berechenbarkeit und Problemlösung“ (Stepps) wird ebenfalls eingesetzt. Es zielt darauf ab, emotionale Stabilität zu fördern und Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln.

STEPPS ist ein Behandlungsprogramm, das wöchentliche Gruppensitzungen über einen Zeitraum von 20 Wochen umfasst. In diesen Sitzungen lernen die Patienten verschiedene Fähigkeiten, um besser mit ihren Emotionen umzugehen, negative Erwartungen in Frage zu stellen und für sich selbst gut zu sorgen.

Im Rahmen des Programms werden den Patienten verschiedene Werkzeuge und Strategien vermittelt. Sie lernen beispielsweise, sich klare Ziele zu setzen, den Konsum illegaler Substanzen zu vermeiden und ihre Essgewohnheiten, ihren Schlaf und ihre körperliche Aktivität zu verbessern.

Ein wichtiger Bestandteil von STEPPS ist die Unterstützung durch ein Team aus Freunden, Familienmitgliedern und Gesundheitsfachleuten. Diese Personen sind bereit, den Patienten in schwierigen Zeiten zur Seite zu stehen und sie zu unterstützen.

Das Ziel von STEPPS ist es, den Patienten dabei zu helfen, ihre Fähigkeiten zur Selbstregulierung zu stärken und ein unterstützendes soziales Netzwerk aufzubauen. Durch regelmäßige Teilnahme an den Gruppensitzungen und die Anwendung der erlernten Techniken können die Patienten ihre Lebensqualität verbessern und besser mit den Herausforderungen umgehen, die mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung einhergehen.

Diese psychotherapeutischen Ansätze können dazu beitragen, die Schwierigkeiten im Umgang mit Emotionen und zwischenmenschlichen Beziehungen bei Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung zu verbessern. Es ist wichtig zu beachten, dass die Behandlung individuell angepasst werden sollte und eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit einem qualifizierten Therapeuten erforderlich ist, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Medikamente

In einigen Fällen kann die begleitende Anwendung von Medikamenten sinnvoll sein. Dabei können bestimmte Medikamente eingesetzt werden, um spezifische Symptome der BPS zu behandeln, wie zum Beispiel Stimmungsstabilisatoren zur Kontrolle von Stimmungsschwankungen oder bestimmte Antipsychotika zur Bewältigung von Wut und Angst.

Es ist am besten, Medikamente sparsam und gezielt für spezifische Symptome einzusetzen, da sie dann am effektivsten wirken.

Eine Art von Medikamenten, die als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bekannt sind, werden in der Regel gut vertragen und das Risiko einer Überdosierung ist minimal. Allerdings zeigen SSRIs nur begrenzte Wirksamkeit bei der gleichzeitigen Behandlung von Depressionen und Angstzuständen bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Es gibt jedoch andere Medikamente, die wirksam sein können, um die Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörung zu lindern:

– Stimmungsstabilisatoren: diese werden eingesetzt, um Depressionen, Angstzustände, Stimmungsschwankungen und Impulsivität zu behandeln.
– Atypische Antipsychotika der zweiten Generation: sie dienen der Behandlung von Angst, Wut, Stimmungsschwankungen und kognitiven Symptomen. Dazu gehören vorübergehende stressbedingte kognitive Verzerrungen wie zum Beispiel paranoide Gedanken, Schwarz-Weiß-Denken und schwere kognitive Probleme.

Es wird nicht empfohlen, Benzodiazepine und Stimulanzien einzunehmen, da sie ein Risiko für Abhängigkeit, Überdosierung, Enthemmung und Missbrauch darstellen. Es gibt sicherere Alternativen, die besser geeignet sind.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Behandlung der BPS individuell angepasst werden sollte und dass nicht alle Patienten die gleiche Therapie oder Medikation benötigen. Eine ganzheitliche Herangehensweise, bei der verschiedene Behandlungsformen kombiniert werden, kann jedoch dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit BPS zu verbessern und ihnen zu helfen, ein stabileres und erfüllteres Leben zu führen. Die Entscheidung über die Einnahme von Medikamenten sollte immer in Absprache mit einem qualifizierten Arzt getroffen werden. Der Arzt kann gemeinsam mit Ihrem Therapeuten Ihre individuelle Situation bewerten und die am besten geeignete Behandlungsoption empfehlen.

Abschließende Worte

Der vorliegende Artikel bietet Ihnen umfassende Informationen über die Borderline-Persönlichkeitsstörung, einschließlich ihrer Erklärung und Definitionen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose darstellt und es noch detailliertere Informationen zu diesem Thema gibt. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollen Ihnen helfen, ein grundlegendes Verständnis für die BPS zu entwickeln.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine komplexe psychische Erkrankung, bei der jeder Mensch unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome und Erfahrungen haben kann. Es ist wichtig zu verstehen, dass Selbsthilfe allein möglicherweise nicht ausreicht, um die BPS angemessen zu behandeln. Es wird dringend empfohlen, bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen und einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt zu konsultieren. Gerne stehe ich Ihnen bei Bedarf zur Seite.

Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen dabei helfen, Ihre individuelle Situation zu bewerten, eine genaue Diagnose zu stellen und eine angemessene Behandlungsstrategie zu entwickeln. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kann schwerwiegende Auswirkungen auf Ihr Leben haben, daher ist es wichtig, dass Sie frühzeitig die richtige Unterstützung erhalten, welche ich Ihnen gerne im Rahmen einer Therapie anbieten kann.

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