Posttraumatische Belastungsstörung (F43.1)
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die nach extrem belastenden Erlebnissen auftreten kann. Diese Erlebnisse können das Sicherheitsgefühl und die emotionale Stabilität des Betroffenen erschüttern. PTBS äußert sich durch das Wiedererleben des Traumas, Vermeidung von Erinnerungstriggern, negative Veränderungen in Denken und Stimmung sowie erhöhte Erregung und Reizbarkeit.
Ätiologie – Mögliche Ursachen und Auslöser
PTBS wird oft durch traumatische Ereignisse ausgelöst, die das individuelle Sicherheitsgefühl und die psychische Stabilität massiv beeinträchtigen. Zu den häufigsten Auslösern gehören:
– Kriegserlebnisse
– Schwere Unfälle
– Naturkatastrophen
– Körperliche oder sexuelle Gewalt
– Zeuge eines traumatischen Ereignisses sein
Weitere Risikofaktoren können vorherige psychische Erkrankungen, mangelnde soziale Unterstützung und anhaltender Stress sein.
Symptome und Anzeichen von PTBS
PTBS ist durch vier Hauptsymptombereiche gekennzeichnet. Der erste Bereich umfasst das Wiedererleben des Traumas. Betroffene können Flashbacks und Albträume erleben sowie intensive emotionale oder körperliche Reaktionen auf Erinnerungstrigger haben.
Der zweite Symptomkomplex betrifft Vermeidung und Betäubung. Menschen mit PTBS neigen dazu, Orte, Personen oder Aktivitäten zu meiden, die an das Trauma erinnern, und können ein Gefühl von emotionaler Taubheit oder Entfremdung von anderen entwickeln.
Der dritte Bereich beinhaltet negative Veränderungen in Denken und Stimmung. Betroffene haben oft negative Gedanken über sich selbst oder andere, fühlen sich hoffnungslos und haben Schwierigkeiten, sich an wichtige Aspekte des Traumas zu erinnern. Auch der Verlust des Interesses an Aktivitäten, die früher Freude bereitet haben, ist ein häufiges Symptom.
Der vierte Symptomkomplex ist durch erhöhte Erregung gekennzeichnet. Dies äußert sich in Reizbarkeit oder Wutausbrüchen, selbstzerstörerischem Verhalten und übermäßiger Wachsamkeit (Hypervigilanz). Weitere häufige Symptome sind Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten.
Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung
Die Diagnose einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) erfolgt durch einen qualifizierten Facharzt oder Therapeuten und basiert auf den diagnostischen Kriterien des DSM-5 (Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen).
Um PTBS zu diagnostizieren, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein, die eine erhebliche Beeinträchtigung des täglichen Lebens zur Folge haben.
Es muss eine Exposition gegenüber einem tatsächlichen oder drohenden Tod, einer ernsthaften Verletzung oder sexueller Gewalt vorliegen, entweder durch direkte Erfahrung, als Zeuge des Ereignisses oder durch die Kenntnis, dass ein naher Angehöriger oder enger Freund einem traumatischen Ereignis ausgesetzt war.
Zusätzlich müssen intrusive Symptome wie wiederkehrende, unwillkürliche und belastende Erinnerungen oder Albträume, die mit dem traumatischen Ereignis zusammenhängen, vorhanden sein. Es sollte auch eine anhaltende Vermeidung von Reizen, die an das Trauma erinnern, nachgewiesen werden, wie das Vermeiden bestimmter Orte oder Gespräche.
Negative Veränderungen in Kognition und Stimmung müssen ebenfalls auftreten, wie anhaltend negative Überzeugungen über sich selbst oder andere, oder ein anhaltender negativer emotionaler Zustand. Außerdem müssen Veränderungen in der Erregung und Reaktivität, wie übermäßige Wachsamkeit oder Schlafstörungen, vorhanden sein.
Die Symptome müssen länger als einen Monat andauern und eine signifikante Beeinträchtigung in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen verursachen. Diese Störung darf nicht durch die physiologischen Wirkungen einer Substanz oder eine andere medizinische Erkrankung erklärt werden.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von PTBS umfasst oft eine Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie:
– Psychotherapie: Zu den effektiven Therapieformen gehören die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), die Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) und die trauma-fokussierte kognitive Therapie (TF-KVT). Diese Therapien helfen, das Trauma zu verarbeiten und negative Denkmuster zu verändern.
– Medikamentöse Therapie: Antidepressiva, insbesondere SSRIs, können zur Linderung der Symptome beitragen.
– Achtsamkeit und Entspannungstechniken: Techniken wie Meditation und Yoga können helfen, Stress abzubauen und die Symptome zu lindern.
– Selbsthilfegruppen und Online-Communities: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Unterstützung bieten und das Gefühl der Isolation verringern.
Abschließende Worte
Der vorgestellte Blogartikel bietet umfassende Informationen über Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und ihre Definitionen. Es ist wichtig zu beachten, dass dieser Artikel keine medizinische Beratung oder Diagnose darstellt. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und sollen ein grundlegendes Verständnis für das Thema vermitteln.
PTBS ist eine komplexe psychische Erkrankung, bei der jeder Mensch unterschiedliche Symptome und Erfahrungen machen kann. Selbsthilfe allein reicht möglicherweise nicht aus, um PTBS angemessen zu behandeln. Es wird dringend empfohlen, bei Bedarf professionelle Hilfe zu suchen und einen qualifizierten Therapeuten oder Arzt zu konsultieren.
Ein erfahrener Therapeut kann Ihnen helfen, Ihre individuelle Situation zu bewerten, eine genaue Diagnose zu stellen und eine angemessene Behandlungsstrategie zu entwickeln. PTBS kann schwerwiegende Auswirkungen auf Ihr Leben haben, daher ist es wichtig, die richtige Unterstützung zu erhalten.
