Zwischen Intimität und Konflikt: Navigieren in Beziehungslandschaften

In der heutigen Gesellschaft haben selbst diejenigen, die sich für die Bindung der Ehe entscheiden, immer noch Schwierigkeiten mit der Kunst des guten Zusammenlebens. Diejenigen, die die Ehe nur als ein Stück Papier abtun und schnell von Anziehung zu sexueller Intimität übergehen, fragen sich dann oft, warum sie keine langanhaltenden Beziehungen führen können.

Paare oder Partner in instabilen, streitgeprägten Beziehungen konzentrieren sich darauf, was mit dem anderen nicht stimmt, statt in sich selbst zu gehen und zu reflektieren, welchen Anteil sie selbst am Problem haben. Bei den meisten Paaren drehen sich Streitigkeiten um Kleinigkeiten, wie zum Beispiel „Warum hast du die Zahnpastatube nicht zugemacht?“, die in der großen Ordnung der Dinge in ein paar Tagen, Wochen oder Monaten keine Rolle mehr spielen werden. Denken Sie über die Nichtigkeiten nach, über die Sie streiten, und ob sie wirklich in ein paar Tagen noch von Bedeutung sein werden? Wenn nicht, vergessen Sie es und gehen Sie weiter.

Konflikte in der Partnerschaft: Wie man das Zusammenleben verbessern kann

In manchen konfliktreichen Beziehungen verharren Paare auf Problemen, bringen ständig die Vergangenheit zur Sprache und lassen keine offene Diskussion zu, bei der sich jede Partei gehört fühlt.

Das Problem bei Ehen heute ist, dass Paare nicht genug Zeit damit verbringen, einfach zu leben, die Gesellschaft des anderen zu genießen, zu reden und gemeinsam Spaß zu haben. Stattdessen verstricken sie sich in das, was in ihrer Ehe falsch läuft, statt sich auf das einfache, gute Leben in Frieden, Harmonie und Gelassenheit zu konzentrieren. Oder sie vergraben sich in endlosen Stunden in sozialen Medien, um sich davor zu schützen, mit ihrem Partner verletzlich zu sein.

Selbst wenn ein Problem ungeklärt im Raum steht, sollte es Zeiten geben Erfahrungen, Spiele, Hobbys und spielerische Momente zu teilen, bei denen die Problemlösung nicht im Mittelpunkt steht. Es muss Zeit geben, um zu hinterfragen und zu erklären, wie beide an diesen Punkt gelangt sind, aber es muss nicht für den Rest Ihres Lebens das Zentrum Ihres Universums sein.

Studieren Sie stattdessen, wie man das Leben genießen kann:
– Finden Sie heraus, was Sie glücklich macht, und tuen Sie es.
– Werden Sie ein Gebender, statt zu erwarten, dass andere alle Ihr Bedürfnisse erfüllt.
– Geben Sie den Menschen den Vorteil des Zweifels, anstatt sie zu beurteilen und sich mit anderen zu vergleichen.
– Entdecken Sie die Kunst der Vollendung; finden Sie ein Projekt, ein Hobby, einen Kurs oder eine ehrenamtliche Tätigkeit, die Sie zusammen machen könnt, abschließen könnt und stolz auf eure gemeinsamen Erfolge sein könnt.
– Legen Sie Ihr Handy weg, bleiben Sie vom Computer fern und verbringen Sie Zeit mit Ihrem Partner und ggf. Ihren Kindern.

Blockaden der Intimität

Intimität in Beziehungen gliedert sich in acht wesentliche Stufen, wobei sexuelle Intimität an siebter Stelle steht. Wichtig für den Aufbau einer langfristigen Partnerschaft sind gemeinsame Interessen, Ziele und Träume. Ein offenes Gespräch miteinander führen zu können und gleichzeitig das Alleinsein ohne Eifersucht und Misstrauen zu genießen, ist ebenso essenziell. Es stärkt das gegenseitige Vertrauen und das Gefühl der Sicherheit in der eigenen Umgebung.

Heutzutage hat sich die Bedeutung des Datings verändert: Viele treffen sich und erleben sofort sexuelle Intimität mit jemandem, den sie kaum kennen, und sind dann überrascht, dass keine dauerhafte Beziehung entsteht. Oft basieren solche Partnerschaften nur auf dieser einen Ebene der Intimität. In meiner therapeutischen Praxis sehe ich oft Paare, die ein erfülltes Sexualleben führen, jedoch den Rest des Tages in belanglose Streitigkeiten verwickelt sind.

Ein häufiger Grund für Intimitätsblockaden in Beziehungen sind mangelndes Vertrauen, ein hohes Kontrollbedürfnis und ein schwaches Selbstwertgefühl. Wenn Sie lernen, Ihrem Partner zu vertrauen, nicht mehr jede Situation kontrollieren zu wollen und Ihr Selbstwertgefühl zu stärken, können Sie ein Leben in Frieden und Gelassenheit führen – selbst im Chaos und in der Unsicherheit des Alltags.

Wendy Maltz entwickelte das CERTS-Modell für gesunden Sex, welches Zustimmung, Gleichheit, Respekt, Vertrauen und Sicherheit beinhaltet. Gesunder Sex ist eine natürliche, liebevolle Wahl, die privat, respektvoll, gegenseitig und sicher ist und beide Partner bereichert. Im Gegensatz dazu ist ungesunder Sex, sei es durch Missbrauch oder Sucht, schädlich, manipulativ, ausbeuterisch, emotional distanzierend und dient nur einer Person.

Der Status Quo der Selbstliebe

Wenn es um Sex und insbesondere um Masturbation geht, sehen wir uns oft mit einem Wirrwarr an Botschaften konfrontiert, die uns verunsichern können. Es gibt Aussagen, die behaupten, wir würden es zu oft oder zu selten tun, oder es wird kritisiert, dass unsere religiösen Überzeugungen gewisse Praktiken nicht erlauben.

Religiöse Lehren vermitteln häufig vielfältige Ansichten zu Sex und Vergnügen, die wiederum beeinflussen können, wie Länder nicht nur die Sexarbeit, sondern auch den Gebrauch von Sexspielzeugen wie Vibratoren und Dildos bei der Masturbation regulieren. Tatsächlich verbieten etwa 45% der Länder weltweit die Einfuhr von Sexspielzeugen, da diese unter das Verbot von Pornografie fallen.

Lust wird nicht als normal angesehen, und das Erlernen, wie man den eigenen Körper berührt, ist etwas, das die meisten Menschen nicht einmal bewusst in Betracht gezogen haben, insbesondere wenn es eine Konditionierung gab, dass Masturbation schmutzig oder sündhaft sei. All dies hält Menschen davon ab, sich selbst zu kennen und ihren eigenen Körper kennenzulernen (wenn sie alleine masturbieren) oder den Körper eines anderen (wenn sie gemeinsam masturbieren). Grundsätzlich hält uns Scham davon ab, uns selbst auf diese Art zu lieben.

Die Zurückhaltung, über Masturbation innerhalb einer Beziehung offen zu sprechen, kann zu Problemen in der gemeinsamen Intimität führen. Einerseits gibt es Partner, die sich gegen die Masturbation des anderen aussprechen, da sie sich dadurch vernachlässigt oder zurückgesetzt fühlen. Dies kann zu Gefühlen der Ablehnung oder Vernachlässigung führen, wenn ihre Bedürfnisse nach Nähe und Aufmerksamkeit nicht erfüllt werden. Andererseits möchten einige Personen auch innerhalb einer Beziehung die Freiheit haben, sich selbst zu berühren, da sie dies als einen wichtigen Teil ihrer Selbstliebe und individuellen sexuellen Ausdrucksweise sehen. Sie fühlen sich eingeschränkt und unter Druck gesetzt, wenn ihnen diese Form der Selbstbefriedigung untersagt wird, was zu Spannungen und Unzufriedenheit in der Beziehung führen kann. Dieser Konflikt um Masturbation und Selbstliebe kann das gegenseitige Verständnis und die Akzeptanz innerhalb der Partnerschaft erheblich beeinträchtigen, wenn nicht beide Partner bereit sind, offen zu kommunizieren und Kompromisse zu finden, die die Bedürfnisse und Grenzen jedes Einzelnen respektieren.

Sex spielt eine wesentliche Rolle in jeder Ehe oder Beziehung. Wie jedes andere Verhalten kann es schnell von gesund zu ungesund wechseln, und Partner müssen durch das Setzen von Grenzen und Richtlinien darauf vorbereitet sein, was sie genießen und was nicht.

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